Mit 1000 Stimmen

singen, Modernes Gebäude

Ich habe in der Berliner Philharmonie gesungen (c) hhs

Ich habe gerade in der Berliner Philharmonie in einem Konzert mitgesungen. Das war möglich, weil alle Darsteller nicht nur auf der Bühne sangen, sondern sich auch zwischen den Zuschauern bewegten, die aber auch nicht auf ihren Plätzen saßen.

Wie bekommt dieses Gewusel einen Sinn? Der New Yorker Komponist David Lang hat es für mich geschafft: Ich habe eine Lärmorgie erlebt, doch ich habe mir nicht die Ohren zugehalten und bin nicht davon gelaufen. Nein, ich habe mit gesungen und zwar textsicher und ohne falschen Ton und das ging so:

Wir hatten Kärtchen in verschiedenen Farben in  der Hand. Ich war eine Grüne und hatte eine grüne Vorsängerin und die sang zum Beispiel von Dingen, die wir teilen: unsere Liebe zur Musik, unsere eigene Erfahrung, unsere Lieblingscurrywurst…und ich klatschte und fügte hinzu – wie es auf meinem grünen Kärtchen stand –  ...unsere Freiheit, unsere Freiheit…. Auch in den anderen Gruppen – im ganzen Konzerthaus, oben, unten, in der Mitte – wurde das gesungen und obwohl es sich wie Lärm anhörte, sahen wir vergnügt aus. Wir zusammen waren eine einmalige fröhliche Klanglandschaft!

Mich hat meine Freundin zu diesem Konzert eingeladen. Sie hat in einem Projektchor mitgesungen und lange für dieses Konzert geprobt. Jetzt will sie weiter in diesem Chor singen. Für sie hat sich das Projekt damit gelohnt. Für mich auch, denn ich war beeindruckt (und bin es immer noch) wieviel Energie entstehen kann, wenn eine Idee Menschen überzeugt und begeistert. An diesem Abend waren es 1000 Stimmen!

Kleine Brise

  1 comment for “Mit 1000 Stimmen

  1. Hedwig
    10. Juni 2018 at 11:08 am

    Singen macht Spaß! Ich habe mit meinen 78 Jahren angefangen in einem Chor mitzusingen. Eigentlich kann ich gar nicht singen. Aber ich probiere es halt mal. Ich gebe mir ein Jahr Zeit . Mal sehen, ob es dann besser klappt. Auf jeden Fall gehe ich immer total erfüllt und auch etwas kaputt von der Probe nach Hause.

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