Tag Archive for Geschichte

Zwischenruf: Immer noch….schon…..noch nicht?

„Von der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen“ (Ernst Bloch) Geht es Ihnen auch so, dass Sie die Erfahrung machen und das Gefühl haben, dass sich Tradition und Moderne, Gegensätze von Lebenswelten ineinander schieben mit unterschiedlicher Dynamik, Zeitlichkeit und Logik ? Welten In demselben Moment in dem Sie glücklich sind, sind andere Menschen abgrundtief traurig, es werden Kinder…

Vorwärts leben – rückwärts verstehen….

In diesem Jahr häufen sich wieder die Erinnerungs- und Gedenkjahre und bieten eine Fülle von Anlässen, sich mit Ereignissen früherer Zeiten auseinanderzusetzen (Gedenkjahre 2019:100 – 80 – 75 – 74 – 70 – 30) : Vor 100 Jahren nahm die Weimarer Republik Gestalt an (Januar 1919 wurde die National-versammlung gewählt) und Walter Gropius gründete in…

Aufgeschlossen, anregend, diskussionsfreudig

Frauen bei einer Demo Omas gegen rechts

„Heute im Salon“: OMAS GEGEN RECHTS am 1. April in St. Remberti! So interessiert, offen und diskussionsgewöhnt habe ich noch keine Gruppe im Alter zwischen  80 und 100 Jahren erlebt, wie die Bewohner*innen des historischen St. Remberti-Stifts im Herzen Bremens. Eine wirkliche Begegnung! Gerda Smorre spricht als Gründerin der Bremer Gruppe Sie hatten uns „Omas…

damals …

handgeschriebener Brief

Ein Brief meines Vaters Am 11. Mai 1945, drei Tage nach dem der Krieg zu Ende war, schreibt mein Vater einen Brief. Er ist Kriegsgefangener und hat einen Bleistift und drei Seiten aus einem linierten Schreibheft zur Verfügung. Die Sütterlin-Schrift ist auf dem dünnen vergilbten Papier heute kaum mehr zu lesen. Mir gelingt es aber…

damals …

Anerkennungsurkunde

Anerkennung für Arbeitseinsatz Beim Durchsuchen alter Unterlagen fiel mir dieses Anerkennungsschreiben von Bürgermeister Wilhelm Kaisen in die Hand. Es wurde damals ausgegeben für unseren Arbeitseinsatz: Schutt entfernen und Steine klopfen in der Pfalzburger Strasse beim Spitzbunker und drei Wochen lang Schützengräben verfüllen in der Parkallee und im Bürgerpark. Mit Schaufeln auf der Schulter mussten wir…

Gedanken und Erinnerungen an den 9.November 1938

Nasses Kopfsteinpflaster

Am 9. November 1938 zogen Trupps der SA durch den Stadtteil Bremen-Hastedt. In dem jüdischen Kaufhaus Alexander an der Hastedter Heerstraße wurden die Schaufensterscheiben eingeschlagen, aus der Auslage und dem Laden wurden Teppiche und Wäsche gestohlen. Die Kapelle auf dem jüdischen Friedhof in der Deichbruchstraße steckten SA-Leute in Brand, ohne dass die Feuerwehr aus der…

Wie wir damals lebten: Schwarze Pädagogik

Klassenfoto

Ein Sommerkleid gegen einen Tornister Ich sehe noch die Straße voller roter Fahnen, wohl 1944 zu „Führers Geburtstag“. Aber jetzt – im Herbst 1945 – ist es damit vorbei. Ich bin sechs Jahre alt und gehe zur Schule, jeden Morgen im Dunkeln eine Stunde Fußweg. Das Klassenzimmer ist  ein Provisorium. Die Bänke sind sehr hoch.…

Zauber des Knusperhäuschens

Kind mit Puppe schw./weiß

Fast andächtig schaut das kleine Mädchen in ihrem Sonntagskleid und mit einem akkuraten Haarschnitt in die Kamera. Dabei berührt es nur vorsichtig die große, majestätisch anmutende Puppe, die als Mittelpunkt auf dem Sofa zu sitzen scheint. Ein Kind in den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts, stolz mit seinem Lieblingsspielzeug? Nein, dazu zeigt das kleine Mädchen…

Zwei Bäume mit seltsamen Namen

Vegesacker Stadtgarten, Große hellgrüne Blätter mit dunklen Früchten

Wo der Taschentuchbaum und der Judasbaum blühen- Eine Vorstellung  Der Taschentuchbaum und der Judasbaum blühen im Vegesacker Stadtgarten. Der Vegesacker Stadtgarten liegt direkt an der Weser, rund zwanzig Kilometer von der Bremer Innenstadt entfernt. Entstanden ist er aus Privatgärten, die früher am Hang von Villenbesitzern angelegt wurden. Die Villenbesitzer sind längst gestorben oder weggezogen, doch…

Welch ein schönes Geschenk

Standardfamilie beim Wandern (https://de.fotolia.com/id/64955213)

Mit den alten Fotos ist es so eine Sache. Jahrelang hat man Fotos geschossen, von den Kindern, wie sie sich immer weiter entwickeln, von Freunden und Bekannten und Verwandten. Der Urlaub an der See oder in den Bergen und die Familienfeiern werden festgehalten. Was passiert aber mit den Bildern, wenn man verstirbt? Meistens haben die Kinder…