Geschenke, Gutscheine oder Bargeld

Weihnachten

Dass Weihnachten naht, kann spätestens ab Oktober bei einem Blick in Schaufenster und Auslagen der Geschäfte nicht mehr verdrängt werden. Dann stellt sich neben vielen Dingen, die für das Fest langfristig vorbereitet und geplant werden müssen, erneut die Frage, wem was zum Fest als Geschenk dargebracht werden soll. Hinter dem Schenken steckt zum Fest Tradition ebenso, wie das redliche Bemühen, dem Empfänger eine Freude bereiten zu wollen.

Paketkarton

(c) Elfie Siegel

Geschenke

Zugegebenermaßen ist es schwierig, für ältere Menschen Geschenkideen zu entwickeln. Menschen, die genügsamer geworden sind, spezielle Vorstellungen von allem entwickelt haben, was sie tatsächlich brauchen und die eigentlich auch schon alles haben. Bewährt hat sich da, auch für die ältere Generation, die Aufstellung eines „Wunschzettels“. Große Freude, wenn sich die Schenkenden daran halten. Dann ist gesichert, dass sich die Dinge auf dem Gabentisch tatsächlich die gewünschte Freude bereiten. Fehlt ein solcher Zettel mit Hinweisen oder konkreten Angaben, so wird es schwierig. Manchmal wird auch die Zeit knapp, so dass, als letzter Ausweg, der Gutschein bleibt. Dieser öffnet eine fantastische, grenzenlose Welt  Geschenkmöglichkeiten. Er kann konkrete Objekte betreffen, die zum Beispiel einem Wunschzettel entnommen wurden, oder ideelle Versprechen, Projekte und Unternehmungen, die in der Zukunft geschehen sollen, manchmal jedoch im Laufe der Zeit völlig in Vergessenheit geraten.

Gutscheine

Horden von Kindern und Enkeln zittern vor Angst, dass Generationen von gewissenhaften Eltern und Großeltern die massenhaft aufbewahrten Gutscheine irgendwann aus ihren Schubladen und Schreibtischen hervorholen und sie zum Zweck der späten Einlösung den Ausstellern vorlegen. Scherz! Wenn ich zufällig zwischen bezahlten Rechnungen und abgelegten Zeitungsartikeln so ein Zeitdokument entdecke, ist es bei nächster Gelegenheit ein gemeinsamer Spaß für Verfasser und Empfänger der Gutscheine, sich an die damalige Situation und über die hübsche Ausführung und Gestaltung des Gutscheins auszutauschen und zu amüsieren.

Schatz, Geöffnete Schatztruhe mit Geldstücken und Schatzkarte

(c) M. Öhlenbach

Bargeld

Im umgekehrten Fall, bei der Beschenkung von Enkeln und Kindern ist die Bedeutung von Bargeld in den letzten Jahrzehnten rapide gestiegen. Das Leben und die Teilnahme am gesellschaftlichen Miteinander ist teuer geworden, so dass Bargeld gerne genommen wird, um das individuelle Leben zu gestalten. Der Zusammenhang mit dem Schenkenden geht dabei oft verloren: Das alte Familienbuch, das Bild, das Fahrrad, das ich 19XX von Oma und Opa zu Weihnachten bekommen habe bleibt besser im Gedächtnis, als die finanzielle Beteiligung von X Prozent von den Großeltern am letzten Herbsturlaub mit der neuen Freundin. Ist ja aber auch eigentlich egal! Hauptsache Freude! In diesem Sinne jetzt schon mal: eine schöne Vorweihnachtszeit!

Dr. Dirk Mittermeier

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