Zur Verkehrswegegestaltung in Bremen

Im Augenblick wird auf politischer Ebene und in den regionalen Medien wieder häufiger das Thema „zukünftige Gestaltung der Stadt“ behandelt. Dabei geht es auch um die Gestaltung von Verkehrsräumen, wobei besonders Fahrradfahrer und Fußgänger im Blickfeld stehen.

Fahrradweg zwischen Straßenbahnschienen

(c) Elfie Siegel

Die Seniorenvertretung Bremen hat in letzter Zeit zunehmend Klagen darüber erhalten, dass sich in der Innenstadt, aber auch in manchen Wohnquartieren Fahrradfahrer und Fußgänger gegenseitig behindern und gefährliche Situationen riskieren. Der Ausbau der Verkehrswege für eine sichere und schnelle Nutzung mit dem Fahrrad ist angesichts der gegenwärtigen Umweltbelastungen ohne Zweifel dringend notwendig. Aber ebenso wichtig ist es für die Fußgänger, insbesondere für Mütter mit Kindern und Kinderwagen, für ältere Passantin-nen/Passanten und für behinderte Menschen, dass bei der zukünftigen Verkehrswegegestaltung eine klare Trennung und Sicherung der Bereiche Fußgänger, Fahrradfahrer und Autofahrer sowie eine konsequente Ahndung von Verstößen gewährleistet werden.

Schwarzes Auto

(c) frauenseiten, Robers

Intelligente Lösungen müssen gefunden werden

Das gilt besonders in Wohnquartieren, in denen schmale Bürgersteige, hohe Bürgersteigkanten und enge, mit Kopfsteinpflaster versehene Straßen vorhanden sind und manche Fahrradfahrer dann den Gehweg benutzen. Fußgänger können dort nicht ohne Weiteres auf dem Bürgersteig oder etwa auf die Straße ausweichen, sollten dazu auch gar nicht erst gezwungen sein.

Wir wissen, dass z.B. im Ostertor-Viertel aus Gründen des Denkmalschutzes das Kopfsteinpflaster möglichst erhalten werden soll. Ein solcher Verkehrsweg im alten Stil ist sowohl für Fahrradfahrer als auch für alte Menschen sehr schwer nutzbar. Es gibt sicher intelligente Lösungen für dieses Problem. Die Aspekte des Denkmalschutzes (und ebenso des Haushaltes) sollten sehr gründlich mit den Bedürfnissen der Menschen abgewogen werden. Das entspräche auch dem politischen und gesellschaftlichen Ziel der Inklusion benachteiligter Menschen, also auch aus den Reihen der Älteren und Behinderten.

Die Bremer Seniorenvertretung hat mit Schreiben vom 13.11.17 dem Verkehrssenator signalisiert, dass sie jederzeit zu einem Gedankenaustausch mit ihm zu diesem Thema bereit sei und ihn gebeten, die Interessenvertretung von 170.000 Seniorinnen/Senioren im Lande Bremen in die Planungen zur zukünftigen Gestaltung der Verkehrswege einzubeziehen.

Gerd Feller

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