Früher war alles besser…

Diese Aussage wird besonders älteren Menschen oft zugeschrieben. Aber auch Junge denken mal mit Wehmut an „alte Zeiten“ zurück. Für uns alle gilt wohl meistens, dass wir unsere Erinnerungen schönen und das Unangenehme ausblenden. So werden Erlebnisse in der Vergangenheit – auch zum eigenen Schutz – oft ins Positive gekehrt. Das Aktuelle wird dabei oft nicht wirklich wertgeschätzt.

Ist aber wirklich so viel besser gewesen?

Viele Menschen gucken in diesen Tagen auf das vergangene Jahr zurück. Wir wollen diesen Tag nutzen um uns einmal bewusst zu machen, was eigentlich heute alles besser ist als früher. Unsere Autorinnen und Autoren haben spontan eine kleine Auswahl für Sie bereit gestellt:

Hand an Laptop

(c) frauenseiten, Robers

Heiner:
Das Verfassen von Texten ist viel einfacher geworden. Früher umständlich mit der Schreibmaschine und Tipp-Ex, um Tippfehler zu berichtigen. Heute unkompliziert mit der Löschtaste am PC.

Anna Maria:
Als Mädchen musste ich mir in den Sechziger Jahren Gymnasium und Abitur noch erkämpfen, es hieß von meinen Eltern: „Du heiratest ja doch“. Ehemänner konnten ihren Frauen bis Anfang der Siebziger Jahre verbieten, berufstätig zu sein. Heute haben Mädchen die gleichen Bildungschancen wie Jungen und eine Frau ist Bundeskanzlerin – vor fünfzig Jahren noch undenkbar!

Elfie:
Wir Älteren kommen in der Gesellschaft vor. Wir sind unterwegs. Unsere Belange werden diskutiert. Und es gibt spezielle kulturelle Angebote für uns. Beispiel: Das Seniorenstudium an der Universität Bremen.

Frau am Rechner

(c) bremen.online AEC

Bettina:
Schlauer in Null-Komma-Nix – das Zauberwort heißt: googeln! Überall, jederzeit und garantiert aktuell werden meine Fragen beantwortet. Der 10-bändige Duden als Geschenkserie seit der Konfirmation und die vielfältigen anderen Nachschlagewerke sind in den Keller gewandert – eine Erinnerung – zum Wegwerfen doch noch zu schade!

Irmtraud:
Meine Tante strickte gerne. Ich war ihr Opfer und musste diese Sachen anziehen. Die Wolle war hart und piekig. Der Weichspüler brachte die Rettung.

Dorothee:
Ich könnte jeden Tag meinen Alltag loben, denn er ist gar nicht mehr mühevoll: Abwasch und Wäsche waschen erledigen Maschinen, der Staubsauger fährt allein, das Essen kommt aus Tüte und Tiefkühltruhe, Milch und Sahne werden nicht mehr sauer, und mein neues Auto kann fast allein fahren, bis es zu mir sagt: “Sie müssen jetzt selber bremsen.”

Puzzle in blau

(c) Barckhausen

Robert:
Ob etwas besser geworden ist, liegt oft im Auge des Betrachters. Ich begrüße es sehr, dass die deutsche Gesellschaft im Vergleich zu früheren Zeiten heute intensiv bemüht ist, sich weltoffen zu zeigen und ein friedliches Miteinander der Menschen ohne Ansehung von Herkunft, Kultur, Rasse, Geschlecht und Religion zu ermöglichen.

Gisela:
Und ich genieße es sehr, dass ich mich nicht mehr „fein“ machen muss, wenn ich in die Stadt möchte. Das geht auch per Rad und im Anorak. Ist doch auch ein Stück Freiheit, oder?

Brigitte:
Das gesellschaftliche Leben ist bunter und vielfältiger geworden. Es gibt weniger Zwänge und mehr Möglichkeiten zur individuellen Lebensgestaltung.
Die Digitalisierung ermöglicht leichteren Zugang zu Wissen und Information. Ich muss mich nicht erst in eine Bibliothek begeben, um etwas zu recherchieren.
Weg mit den Kostümchen, passenden Handschühchen und Täschchen! Ich darf mich heute anziehen, wie ich will. Welch eine Befreiung!

Waschzuber, Waschbrett und Wäsche

(c) frauenseiten, Urban

Elisabeth:
Das Waschbrett ist durch die Waschmaschine ersetzt und ich kann tragen, was ich will.

Gertrud:
Früher hatte nicht mal jeder ein Telefon, und man musste Briefe schreiben, die lange Postwege hatten. Heute tut es eine Mail oder eine Whats App Nachricht. Das geht viel schneller und unkomplizierter.

Gundula:
Die medizinische Versorgung ist ja auf jeden Fall besser geworden, denn heute wird keiner mehr auf die „Schlachtbank“ geschleppt. Meines Wissens braucht heute auch keiner mehr physische Schmerzen zu erleiden, die psychischen kann einem aber keiner nehmen.

  1 comment for “Früher war alles besser…

  1. Hedwig
    9. Januar 2017 at 3:54 pm

    Hallo, Gisela und Brigitte, beim Lesen eurer Zeilen fällt mir Franz Josef Degenhardt ein: „Hütchen, Schühchen, Täschchen passend, ihre Männer unterfassend….“
    Wie oft haben wir das Ende der Siebziger/Anfang der Achtziger gehört und mitgesungen…
    Grüße von Hedwig

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