Bericht von der 2. Delegiertenversammlung

Männerportrait

Vorsitzender der Senioren-Vertretung Bremen, Dr. Andreas Weichelt, (c) Senioren-Vertretung

Der Rücktritt von Rolf Prigge zwang die Bremer Seniorenvertretung (SV), schon am 2.Februar 2016 die 2. Delegiertenversammlung in der 12. Legislaturperiode zur Nachwahl des Vorsitzenden zusammenzurufen. Damit verbunden wurde die schon länger geforderte Aussprache über die Arbeitsweisen in der BSV.

Während der Wahlen waren 73 Delegierte anwesend. Für das Amt des Vorsitzenden wurden von der Versammlung zwei Kandidaten vorgeschlagen, Dirck Schmidtmann und Dr. Andreas Weichelt. Zum Vorsitzenden gewählt wurde mit 41 Stimmen Dr. Andreas Weichelt. Dirk Schmidtmann war und bleibt zusammen mit Karin Fricke Stellvertreter des Vorsitzenden. Da Dr. Weichelt vorher das Amt eines Beisitzers innehatte, musste nun eine weitere Nachwahl stattfinden. Vorgeschlagen wurden Irmgard Bornhorst, Bernd Gosau und Dietmar Stadler. Dietmar Stadler wurde mit 51 Stimmen als Beisitzer in den Vorstand gewählt.

Nach dem Wahlakt folgte die Aussprache über die Arbeitsstrategien der SV. Damit sollten auch die neuen Delegierten, die erst seit kurzer Zeit der SV angehören, auf ihre zukünftigen Tätigkeiten vorbereitet werden. Der Vorstand hatte den Pressesprecher, Gerd Feller, gebeten, zur Einleitung kurz auf die Problemlage einzugehen. Er zeigte zuerst die in den Statuten genannten Aufgaben der BSV auf, weil sich aus ihnen bereits manche Vorgehensweisen ableiten lassen. Dann wurden die bei der Arbeit in der Vergangenheit aufgetretenen Schwächen an konkreten Beispielen skizziert und Möglichkeiten für eine größere Wirksamkeit der BSV vorgeschlagen.

Dabei ergaben sich drei Bereiche, die schwerpunktsmäßig zu renovieren sind:

    • Die faktische Wissenslage: Sie sollte insgesamt in der SV verbessert werden, und zwar dadurch, dass sich die Delegierten bei ihrer Mitarbeit stärker nur auf wenige spezielle altersrelevante Anliegen/Themen konzentrieren, um dann auch bei Bedarf zeitnah als Experten dem Vorstand, den Arbeitskreisen oder dem Pressesprecher zur Seite stehen zu können. Delegierte sollten nicht zwei oder mehr Arbeitskreise wählen, sondern möglichst nur einen, z.B. bei Interesse den AK „Seniorenpolitik und Soziales“, und in diesem das spezielle, aber sehr komplexe Thema Rente. Dann verfolgt er die Entwicklungen, die zu diesem Thema laufen, und ist in der Lage, bei Behandlung des Themas in der BSV abgesicherte und umfangreiche Kenntnisse über anstehende politische oder gesellschaftliche Vorhaben und deren Vor- und Nachteile in die Diskussionen einzubringen. Es gibt genug altersrelevante Themen in den Bereichen Soziales, Wohnen und Leben im Alter, Gesundheit, Pflege etc., aus denen sich die 97 Delegierten ein spezielles Fachgebiet heraussuchen können. Sinnvoll wäre auch, bei Bedarf in den Arbeitskreisen spezielle temporäre Arbeitsgruppen einzurichten. Ziel muss sein, das im Kreis der Delegierten schlummernde unterschiedliche Potenzial für die sachbezogene Aufarbeitung seniorenpolitischer Themen zu nutzen.
    • Die Verbesserung des Informationsflusses: Die Delegierten kommen aus Parteien, Verbänden und über die Ortsämter in die SV. Sie setzen sich also an mehreren Stellen für die älteren Bremer ein. Der Vorstand der SV sollte über ihre Aktivitäten vor Ort informiert sein. Dazu muss aber der Informationsfluss von unten nach oben funktionieren, z.B., wenn sich in einem Ortsteil ein altersrelevantes Problem einstellt, zu dessen Lösung Unterstützung gebraucht wird, oder wenn ein Projekt in der Altenhilfe gegründet oder evaluiert wird. So wie der Vorstand auf den Delegiertenversammlungen oder über den DURCHBLICK die Delegierten über seine Arbeit informiert, sollten auch diese den Vorstand über das, was vor Ort geschieht, zeitnah informieren. Dann lassen sich auch die Signale an Politik, Verwaltung und in die Öffentlichkeit schneller und effektiver gestalten.
    • Die Verbesserung der Reaktionsgeschwindigkeit: In bestimmten Situationen muss die SV schnell reagieren. Dann wird es nötig, kurzfristige Einladungen zu Sitzungen des Vorstands, der Arbeitskreise oder auch der Arbeitsgruppen einzuberufen.
    • Aktive Mitarbeit bei der Präsentation der SV in der Öffentlichkeit: Damit wird sich ausführlicher der Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit beschäftigen.

Mit dem Thema Arbeitsstrategien werden sich die Gremien der SV noch ausführlicher beschäftigen.

Zum Schluss wurde lebhaft darüber diskutiert, dass insbesondere bei älteren und behinderten Menschen das Gefühl zunimmt, sich nicht mehr sicher im öffentlichen Raum bewegen zu können. Die kriminellen Vorfälle in der jüngsten Vergangenheit und der Eindruck, Polizei und Justiz seien nicht mehr Herr der Lage, sind dafür verantwortlich. Das Thema wurde dann zur weiteren Behandlung an den Vorstand gegeben.

G.Feller

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