Zusammenhalt stärken

Hand öffnet Tür

(c) frauenseiten, Robers

„Wir wollen, dass alle Mitbürgerinnen und Mitbürger aktiv am Stadtleben teilnehmen können, unabhängig davon, wie dick der Geldbeutel gefüllt ist“, betonte am 20. Januar 2015 Bürgermeister Jens Böhrnsen, nachdem der Senat die Einführung des „Bremen-Passes“ beschlossen hat. Und weiter: „Wir können dabei auf dem Kultur-Ticket aufbauen, mit dem bereits jetzt Menschen ohne großes Einkommen die Teilhabe am gesellschaftlichen, vor allem am kulturellen Leben erleichtert wird – dazu zählen unter anderem die Angebote von Sportvereinen und vergünstigter Eintritt in Theatern, Museen und anderen Einrichtungen. Mit dem Bremen-Pass versprechen wir uns eine Ausweitung und die Möglichkeit, noch mehr Partnerinnen und Partner zu gewinnen.“ Sozialsenatorin Anja Stahmann ergänzt: „Nach dem Vorbild anderer Städte soll der Bremen-Pass langfristig den Rahmen dafür bieten, dass Armut in Bremen weniger ausgrenzend wirkt. Wir haben diesen Rahmen jetzt beschlossen. Um ihn auszufüllen, brauchen wir die Unterstützung der ganzen Stadtgesellschaft und aller Institutionen und Kräfte dieser Stadt, die sich der Linderung von Armutsfolgen verschrieben haben.“

Mit dem „Bremen-Pass“ wird eine Forderung des „Bündnisses für sozialen Zusammenhalt“ umgesetzt, zu dem auf Einladung des Bürgermeisters und der Sozialsenatorin zahlreiche Verbände zusammen gekommen sind. Im Rahmen der Beratungen des Bündnisses sind die Vergünstigungen für Menschen in schwierigen Lebenslagen diskutiert worden. Es ist Konsens, dass die Teilnahme am vielseitigen und aktiven Zusammenleben in der Stadtgesellschaft durch mangelnde finanzielle Ressourcen der Betroffenen nicht erschwert oder gar unmöglich gemacht werden dürfe. Aus Sicht des Bündnisses zeigt sich Armut auch durch mangelnde Teilhabemöglichkeiten, durch den Verzicht auf Begegnungen, durch einen Ausschluss vom städtischen Leben oder von kulturellen Angeboten.

Der Pass soll Schritt für Schritt eingeführt werden und die „Blaue Karte“ (Bildungs- und Teilhabepaket) und die „Grüne Karte“ (Kulturticket) zusammenführen und ersetzen. Beide Karten behalten bis zur Aushändigung des neuen Passes ihre Gültigkeit.

Die Einrichtung des „Bremen-Passes“ wird außerdem einen weiteren Beitrag zur Vermeidung von Diskriminierung leisten: Angestrebt ist das Format einer Scheckkarte, die das Erscheinungsbild einer Kundenkarte hat, leicht zu handhaben ist und so gestaltet werden soll, dass sie neben dem offiziellen Charakter auch ein positives Image ausstrahlen soll.

Der Senat hofft, dass es gelingt, weitere Partner mit Angeboten für den „Bremen-Pass“ zu gewinnen. Bürgermeister Böhrnsen: „Ich würde mir gerade in den Stadtteilen zusätzliche Unterstützung wünschen. Am Ende könnten die Anbieter von Leistungen und die Nutzer des Bremen-Passes profitieren. Eine klassische win-win-Situation.“

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