Alt sein ist doch nicht peinlich!

Unsere Autorin Gertrud von Hacht hat sich ganz unterschiedliche Gedanken rund um das Thema Alterskrankheiten gemacht.

Alt sein ist doch nicht peinlich!

Alterskrankheiten, Lesebrille im Etui

(c)barckhausen

Es ist keine Krankheit, alt zu werden und alle die heute noch jung sind, folgen irgendwann, wenn sie Glück haben. Meine gute Freundin sagt immer: „Was ist die Alternative zum Alter? Der Tod! Ist das besser?“
Als sie aber mit Anfang Vierzig ihre erste Brille brauchte, zierte sie sich, sie aufzusetzen. Sie konnte es eine lange Zeit verbergen, dass sie nicht mehr so gut sehen konnte. Eines Tages im Kaufhaus, fragte sie ein kleines Mädchen nach dem Preis, der auf der Verpackung stand. Diese antwortete ihr höflich, rannte dann aber hinter ihrer Mutter her und verkündete lauthals: „Die Frau dort hinten kann nicht lesen!“
Das war ihr dann wirklich peinlich!

Hörgeräte – Wenn das Gehör nachlässt, gibt es Hilfsmittel

Ohr mit Sprechblase voller Buchstaben

(c)C.Schütte

Hörgeräte, das ist auch so ein Thema. Wer gibt schon gerne zu, nicht mehr richtig zu hören. Außerdem schleicht sich das schlechtere Hören so langsam ein, dass man selber es zuerst gar nicht bemerkt.
Mir ist zu diesem Thema nur aufgefallen, dass Frauen deutlich besser mit einem Hörgerät umgehen können, als Männer. Als meine Kinder anfingen zu lachen, wenn ihre Oma etwas völlig aus dem Zusammenhang gerissenes antwortete, weil sie die Frage gar nicht richtig verstanden hatte, war für sie der Zeitpunkt gekommen sich um ein Hörgerät zu kümmern. Von dem Tag an, war es besser und sie kam gut damit zurecht.
Männer tun sich da schwerer und so bat mich ein Bekannter immer, ich möge ihn doch von der anderen Seite her ansprechen, denn er hatte nur ein Hörgerät im Ohr. Mit beiden klappt das nicht so gut, war seine Aussage. Mein Vater sucht sein Hörgerät ständig, oder die Batterie piept, wie verrückt. So kann es sein, dass der Fernseher dermaßen laut brüllt, dass sie die Haustürklingel, oder das Telefon nicht hören. Auch da gibt es Abhilfe, nämlich ein Lichtsignal für die Klingel, aber darauf achten sie auch nicht immer.
Wie sagt mein Vater immer: „Es ist schon ein Kreuz mit dem Altwerden“, und meine Mutter fügt hinzu: „Wenn wir verreisen, sind wir immer mit einem ganzen Ersatzteilkoffer unterwegs.“
Sie haben wenigstens ihren Humor nicht verloren!

Blasenschwäche bei Frauen – Ein Thema, das sensibel behandelt werden will

Regentropfen an Ästen

(c) Algeth Weerts

Lassen Sie es auf keinen Fall so weit kommen, wie in einem mir bekannten Fall, wo der Bruder und die Schwägerin ihre Angehörige nicht mehr einladen mögen, weil sie Angst um ihre Möbel haben.
In Deutschland ist durchschnittlich jede dritte Frau von Harninkontinenz betroffen. Eine gute Möglichkeit einer Inkontinenz entgegen zu wirken, ist rechtzeitig mit Gymnastik zur Stärkung des Beckenbodens zu beginnen. Da gibt es Kurse an denen man teilnehmen kann, oder man lädt sich die Übungen aus dem Internet herunter. Bei konsequenter Übung ist eine Besserung schon nach ein paar Wochen zu erkennen.
Handelt es sich um einen fortgeschritteneren Fall, ist ein Gang zum Arzt des Vertrauens auf jeden Fall anzuraten. Es gibt immer Möglichkeiten, dass einem geholfen wird. Die Palette der hygienisch, sicheren, diskreten Hilfsmittel ist groß. Man sollte sich nicht in den eigenen vier Wänden verkriechen, sondern sein Schicksal in die Hand nehmen und handeln.

Eine fürchterliche Belastung für die ganze Familie

Hand öffnet Tür

(c) Antje Robers

Lange hatten wir nichts voneinander gehört und dann dieses:
Eine gute Bekannte erzählte am Telefon, dass ihr Mann mit kurz über sechzig an Demenz erkrankt ist. Sie hatten es erst gar nicht mitbekommen. Er arbeitete als Versicherungsmakler und telefonierte mit seinen Kunden, wie eh und je, doch nachdem er den Hörer aufgelegt hatte, bearbeitete er die Vorfälle gar nicht. So kamen die ersten Beschwerden. Dann verlor er sein Handy und wusste plötzlich nicht mehr, wie der Nachbar heißt. Bis die Familie aber zu handeln begann, dauerte es eine ganze Weile. Wer denkt auch schon gleich an eine wirkliche Krankheit. Mit viel Überredungskunst brachten sie ihn endlich zu einem Arzt. Einige Tage später stand die Diagnose fest.

Nun darf er nicht mehr Auto fahren und sitzt oft den lieben, langen Tag vor dem Fernseher. Abends fällt ihm ein, dass es noch nichts zu essen gegeben hätte und er fängt an, in der Küche zu brutzeln. Leider vergisst er dabei auch schon mal die Herdplatten auszuschalten. Hat er einen lichten Moment, merkt man ihm nichts an, bis er dann im Garten Bretter in die Gemüsebeete legt und meint, nun sei er mit der Arbeit fertig.

Die Familie muss auf ihn aufpassen, wie auf ein kleines Kind und das ist sehr zermürbend. Dazu kommen die Sorgen, was werden soll. Muss er in ein Heim? Bedeutet das, dass die Frau das Haus verkaufen muss?
Irgendwann wird es dazu kommen.

Gertrud von Hacht

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