Mit der “Rutsche” zum Zug

Ist das nicht verrückt?

Manche von Ihnen sind vielleicht viel herumgereist oder haben einen Abstecher über den Zaun gemacht. Aber haben sie das schon gesehen? Zur Information vorab:

Bahnhof Utrecht Overvecht (Niederlande)

2011 war dieser Bahnhof für Regionalzüge so heruntergekommen, daß ProRail (das größte Eisenbahninfrastrukturunternehmen der Niederlande) einen Auftrag an das Entwurfsbüro (HIK) in Utrecht vergab, um diesen Bahnhof attraktiv zu machen. Und so kam es, daß das niederländische Sprichwort: ”alles kan”, was soviel heißt wie: “alles ist möglich”, ihre Idee in die Tat umsetzen konnte. Das Projekt Transportversneller (Transportbeschleuniger – Rutsche)  wurde zum spektakulären Bauprojekt.

Was steckt dahinter?

Wem passiert(e) es nicht schon mal, aus Zeitgründen den Zug um Haaresbreite verpasst zu haben? Ihnen vielleicht nicht, aber es gibt doch den Einen oder Anderen, den man in der morgendlichen Dunkelheit zum Zug hasten und dann erschöpft und mit erhobenen Händen, fluchend oder resignierend dem Schlußlicht der Bahn hinterher schauen sieht. Den Fahrstuhl in diesem Fall zu benutzen, wäre keine Option gewesen. Treppen hoch oder runter zu rennen im Gedränge, nur bedingt und abhängig von der eigenen Kondition. Aber eine Rutsche zum Bahnsteig, der tiefer liegt als der Bahnhof,  schien den kreativen Köpfen des Unternehmens die perfekte innovative Lösung. Ein kleiner Zeitgewinn nur, der aber tatsächlich manchmal den feinen Unterschied macht zwischen Zug gerade noch erreichen oder gerade verpasst.

Im Rampenlicht

Nach den erforderlichen Baumaßnahmen in diesem Zusammenhang mit diesem Projekt, stand die Rutschbahn aus Metall letztendlich 2016 im internationalen Scheinwerferlicht. Sie gehört heute zu den elf besten Rutschen der Welt, aufgezählt in der Rangliste von “Rough Gides” (Reiseführerverlag). Unter anderen gibt es zweckdienliche Rutschen an der TU in München*, im City Museum in St. Louis und dem Airport in Singapore, soweit mir bekannt.

*Parabelrutsche in München

Auf dem Campus der TU in Garching schwingt sich aus 13 m Höhe eine Parabelrutsche hinab in die Fußgängerebene der Falkultäten Mathematik und Informatik. Sie war als Sieger eines Kunstwettbewerbs hervorgegangen und vom Künstlerteam Brunner/Ritz aus München am 10. Dezember 2002 eingeweiht worden.

Aufruf: Fördert die innovativen Köpfe in unserem Land, weil sie zukunfstorientiert sind!                                                                           

Monika Sattelberg

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