Vierter Advent – Gedichte

Vierter Advent – Heute zünden wir nun das vierte und letzte Licht am Adventskranz an und erfreuen uns noch einmal an dem etwas anderen lyrischen Kalender von Irmtraut Hansemann.

Vierter Advent Kranz mit vier Lichtern

Vierter Advent (c) hhs

Wir haben die letzten fünf Türchen unseres Adventskalenders vor uns.

 

Lieder

Weihnachten
in unserem Kulturkreis
ein jeder kennt.
Ein Fest der Lieder,
„Alle Jahre wieder..“
„Was soll das bedeuten..“
„Der Baum brennt“
hat einen doppelten Sinn.

Oh, Tannenbaum,
oh, Tannenbaum
„Wir haben den
Baum umgehauen“
löst Hektik aus.

Von wegen
„Stille Nacht, heilige Nacht“
„Ihr Kinderlein kommet“
ist auch nicht ernst gemeint,
sonst hätte man das Ziel
des Festes versäumt
Das wäre
„ Meditation, Nähe, Stille“
wenig Kommerz und ein
ganz klein bisschen
„weiches Herz.“

 

Eigene Musik

Wer kennt noch Zimbeln,
wer Schalmaien?
Heute sind Töne
elektrisch dressiert.
Treffen sich
in Vielfalt, Rhythmus
Harmonie.
Eines ist sicher,
das schaffst du
auf der Blockflöte
nie!

 

Geschenk

Ein starker Motor
als Geschenk,
ist Geld.

Es wird gern
genommen.
Egal wie
verpackt,
Geld ist niemals
selbstgemacht.
Es macht nicht frei,
bindet ganz subtil.
Egal ob
wenig oder viel.

 

Weihnachtsverkehr

Der Weihnachtsmann kann
heute nicht kommen,
er wurde im Parkverbot
festgenommen.

Ein Wiederholungstäter!
Er muss mit zur Wache.
Zur „ultimativen Belehrung“.
Das nennt man wohl:

Eine schöne Bescherung

 

JESUS

androgyn

Maria und Josef warteten schon
auf ihren verheißenen Sohn.
Der hatte jedoch zur Geburt keine Zeit
war mit seine Überlegungen
noch nicht soweit.
Denn schon in embryonalen Zeiten
wollte er seinen Horizont weiten.
Das führte ihn auch zu der Frage:
Werde ich Mädchen oder Knabe.
Die Entscheidung dauerte Tage.
Dann die Geburt!
Er ist auf Erden, echt!
Ein Mann zu werden war ihm ganz recht.
Herr soll er sein, nicht der Knecht.
Er stand in Tempeln,
ging niemals stempeln,
bezahlte seineWohnung nicht.
Er redete mit Mördern, Pharisäern,
Nutten, kleidete
sich selbst in große Kutten.

Die Kreuzigung beendete sein Leben,
Er konnte nur sich selbst noch geben.
Was wäre, hätte Jesus
die Spuren seiner Ahnen besser gelesen,
sich im Mutterleib anders entschieden?
Die Frage ist wichtig.
Wir hätten keine Weihnachten,
genau –
und Jesus wäre eine
F r a u!

Irmtraut Hansemann

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