Damals war`s

Die Zeit rast. Und es liegt gewiss nicht nur an unserem Alter, dass wir so empfinden. Immer schneller werden neue Entdeckungen gemacht, immer öfter alte „Weisheiten“ wiederlegt, immer häufiger neue Regeln erfunden und alte über den Haufen geworfen. Zeit, sich zu erinnern und vielleicht aus heutiger Sicht neu zu bewerten, wie es damals war. (Ein Special von Juli 2015)

Onkel-Ehe

Wohnen Senioren, Hand in Hand

Ein kurzer humorvoller Rückblick in Form eines Gedichtes auf eine Form der Lebensbewältigung, die nach dem Krieg nicht unüblich war. Onkel-Ehe Nach 1945 oh wehe, wehe, gab es diese „Onkelehe“. Hatte eine Witwe Rente, sich doch nach einem Manne sehnte. Ging das Paar zum Traualtar, futsch die schöne Rente war. Also zog man so zusammen,…

Wat is dat denn…? Nr. 12 – der Rührfix

Rührfix, Küchenutensil mit Kurbel

Wenn ich an meine geliebte Oma und an meine Großtante denke, erinnere ich mich an manches alte Küchenutensil. In diesem Fall kommt mir der „Original Rührfix“, der Mixen ohne Strom ermöglichte, in den Sinn. Das Gerät war ein kleiner Handmixer, der sich als Aufsatz auf einem großen Becher aus Glas oder Kunststoff befand. Wollten wir…

Wat is dat denn…? Nr. 11 – Risibisi

Ein Teller mit Risibisi

„Risibisi“- das hört sich schon vom Klang her sehr exotisch an. In den fünfziger und sechziger Jahren kam noch überwiegend „deutsche Hausmannskost“ auf den Tisch. Speisen und Rezepte aus dem Ausland waren damals noch eine Rarität. So sorgten die italienischen Gerichte Risibisi, wie auch Spaghetti oder Makkaroni, für ein wenig Abwechslung auf dem Speiseplan. Ein…

Wat is dat denn…? Nr. 10 – Von den DOS-en

MS DOS Schwarzer Bildschirm mit unverständlicher Schrift

Wenn man um das Jahr 1990 herum von den DOS-en sprach, dachte man keinesfalls an eine Blechbüchse zur Konservierung von Lebensmitteln. Vielmehr wurden damit liebevoll-scherzhaft Rechner bezeichnet, die mit dem Computer-Betriebssystem MS DOS – kurz für Microsoft Disk Operating System – liefen. MS DOS die Kinderschuhe des PC MS DOS war ab etwa 1981 fast…

Wat is dat denn…? Nr. 9 – Sambawagen und Zigarren

Historisches Bild mit Sambawagen und einer Menschenmenge, die vor dem Rathaus für eine neue Bahn Spalier steht.

Wenn man früher von den „Sambawagen“ sprach, wurde dabei keinesfalls an Partys gedacht: Im Jahr 1953 wurden die ersten Großraumwagen bei der BSAG eingesetzt. Tausende Bremerinnen und Bremer kamen an einem grauen Tag auf den Marktplatz, als Bürgermeister Wilhelm Kaisen die ersten fünf modernen Großraumwagen auf der Straßenbahnlinie 2 freigab. Im Jahr 1954 folgten dann…

Wat is dat denn…? Nr. 8 – Die Flotte Lotte

Flotte Lotte die italienische Version: Passa Tutto

Die Flotte Lotte verbinde ich mit Herbst, Äpfeln, den Duft nach Zimt und fruchtigem Mus. Im Garten meiner Großeltern, die im Wolfskuhlen-Quartier (Kattenturm) lebten, standen viele schöne Apfelbäume. Ein Teil des Obstes wurde nach der Ernte zu leckerem Mus verarbeitet. Dabei wurden die Äpfel geschält, entkernt und anschließend weich gekocht. Dann kam die Flotte Lotte…

Wat is dat denn…? Nr.7 – Der Rechenschieber

Ein Rechenschieber

Im Rahmen meines Mathematikunterrichts in den siebziger Jahren musste ich auch die Benutzung eines Rechenschiebers oder Rechenstabes lernen, obwohl es seinerzeit bereits digitale, sogenannte Elektronen-Taschenrechner gab. Der Rechenschieber sah wie ein Lineal aus, in dessen Mitte ein beweglicher Teil eingebaut war. Der Stab war ein analoges Rechenhilfsmittel (auch Analogrechner genannt, im Gegensatz zum digitalen Taschenrechner).…

Wat is dat denn…? Nr.6 – Die Texasschranken

Texasschranke Klapptüren in alten Straßenbahnen

Die Texasschranken führten nicht etwa in den nächsten Westernsaloon, sondern noch bis in die neunziger Jahre in die Bahnen und Busse. Sie waren ein ungeliebtes Utensil der Mobilität. Als in den sechziger Jahren die Schaffner endgültig aus den Wagen verschwanden, mussten die automatischen Türen gesichert werden. Hierzu wurden im Wagen vor den Türen mechanische Sicherheitsschranken eingebaut.…

Wat is dat denn…? Nr.5 – Der Bohnerklotz

Bohnerklotz von unten

In einer Ecke im Keller meiner Eltern befand sich ein alter, merkwürdiger Besen: Der Bohnerklotz der Nachkriegsjahre bestand aus einem gusseisernen Block mit dicken Borsten an der Unterseite. Dieser Klotz war an der Oberseite über ein Kugelgelenk mit einem Besenstiel verbunden. Die Seiten des Blocks waren mit Filz beklebt, um Möbel vor Macken zu schützen.…

Wat is dat denn…? Nr.4 – Der Waschkessel

Wäscheklammer mit Karostoff

Wenn ich am Freitag aus der Schule kam, musste ich direkt in den Keller gehen. Aus einem Nebel von Wasserdampf und einem Geruch von Seifenlauge tauchte meine Mutter auf. Sie hatte eine Schürze um und ein Kopftuch auf, aber ein paar feuchte Haarsträhnen lugten daraus hervor. Mit ihren schwarzen Gummistiefeln kam sie heran gestapft. Eine…