1. Mai- Tag der Arbeit

 

„Es geht um die Befreiung in der Arbeit,
nicht von der Arbeit“.

 

Wie heißt es schon bei Berthold Brecht im „Mailied der Kinder “ ?
Am ersten Mai
Gehn Vater und Mutter in einer Reih
Kämpfen für ein beßres Leben
Fron und Armut darf`s nicht geben:
Da sind wir auch dabei……
Unser die Arbeit,
unser das Brot. *

* ( aus B.B. Werke, Bd. 12 Gedichte, Suhrkamp Verlag, S.292 f,)

 

 

Schon zum 2. Mal findet der 1. Mai, Symbol der klassischen Interessenvertretung bundesweit
ohne den kämpferischen Aufmarsch der Erwerbstätigen, Betriebsräten, Gewerkschaften
und Unterstützer statt – Corona hat uns fest im Griff. Am „Tag der Arbeit“ sind wegen der Corona – Krise keine großen Kundgebungen erlaubt.
Aber wird ein solcher Tag in unserer Zeit des Umbruchs nicht immer wichtiger ?

 

Auch wer den 1. Mai als Privatmensch mit Tanz in den Mai, Maibaum und Maiausflügen
mit Freunden verbindet, kann zwar in Erinnerungen schwelgen, aber feiern, tanzen und
kurz an die Nordsee reisen, geht nicht, verboten wegen des Lockdowns!

In Bremen wird es trotz der aktuellen Corona Lage aber eine DGB-Kundgebung zum 1. Mai um 11 Uhr
auf der Bürgerweide geben unter dem Motto „Solidarität ist Zukunft“.
Übliche Hygienemaßnahmen, wie Maskenpflicht und Abstandhalten sind zu beachten.
Darüber hinaus findet eine Solidaritätskundgebung um 14 Uhr am Klinikum Links der Weser
und eine Demo unter dem Motto „Wohnen ist keine Ware“ um 12 Uhr am Hauptbahnhof.
Gegen Rationalisierungsmaßnahmen im LdW stellen sich Erstere mit dem Credo
“ Krankenhauspersonal entlasten statt entlassen“ und kämpfen für den Erhalt der stationären
Geburtshife, Kindernothilfe, Frauenmedizinische Versorgung und Arbeitsplatzabbau Links der Weser und Obervieland.
Um „bezahlbaren Wohnraum“ geht es auf der Demo am Hauptbahnhof.

Die Coronakrise verändert die Arbeitswelt, bzw. wird von vielen Unternehmen zum Arbeitsplatzabbau oder zur Standortverlagerung genutzt, die unter normalen Umständen nicht so leicht durchsetzbar wären. Für Gewerkschaften und Betriebsräte ist es unter den derzeitigen Bedingungen sehr schwer ihre Aufgabe als Interessenvertetung nachzukommen. Zudem bahnen sich grundlegende Veränderungen in der Bewertung von Arbeit an im Hinblick auf ihren gesellschaftlichen Sinn und Nutzen. Die Krankenschwester, der Pfleger z.B. gelten nun als „systemrelanter“ als Banker oder Autobauer. In der Corona-Krise denkt man jeden Tag an Gesundheitsarbeit und an die Steigerung des Potentials an Personal.

Als der“Tag der Arbeit“  1889 von der Zweiten Internationale der Arbeiterbewegung ausgerufen wurde,
ging es von Anfang an perspektivisch wirklich um den Sinn von Arbeit und um sinnvolle Arbeit –
daran sollten wir uns heute erinnern.

 

Barbara Matuschewski

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