Das Leben in den Zeiten von Covid-19 (13): Covidioten in aller Welt und zuhause

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Willkommen im Club!

Beispiele … Brasilien ist durch die Corona-Krise schwer angeschlagen: Präsident Bolsonaro hat am 24. März verkündet, dass in Brasilien wohl viele alte Menschen an Covid-19 sterben werden, für die meisten Menschen sei es jedoch nicht mehr als eine „kleine Grippe“. Fazit: Dort gingen die Kinder weiter zur Schule, das alltägliche Leben ging weiter, wie vorher. Vorletzte Woche hat sich der brasilianische Präsident in diesem Zusammenhang zu dem zynischen Satz „Sterben müssen wir alle irgendwann einmal“ hinreißen lassen. Präsident Donald Trump sucht wie gewohnt die Schuld an dem Fehlstart im Umgang mit der Corona-Krise und den aktuellen verheerenden und dramatisch steigenden Zahlen in den Vereinigten Staaten bei anderen, zum Beispiel der Weltgesundheitsbehörde WHO, um von eigenen Fehleinschätzungen der von ihm als „chinesische Krankheit“ titulierten Pandemie abzulenken. Willkommen im Club! In der Türkei bestehen berechtigte Zweifel an den offiziellen Zahlen zur Erkrankung mit dem Corona-Virus. Präsident Erdogan geht gegen Kritiker mit juristischen Mittel vor, die Bevölkerung ruft er auf, Geld zu spenden. Victor Orban und seine Regierungspartei Fidesz haben im ungarischen Parlament den Ausnahmezustand ohne zeitliche Begrenzung durchgebracht, das Land wird damit de facto ohne parlamentarische Kontrolle regiert. Auch in Polen wird die Pandemie als Möglichkeit benutzt, um durch unbefristeten Notstand demokratische Mechanismen außer Kraft zu setzen. Eine Bewertung der Situation und den Umgang mit der Krise in Großbritannien ist im Moment nicht opportun. Dem Premierminister ist eine gute Genesung zu wünschen, ihm und dem gebeutelten Königreich.

Danach

Eine kritische Betrachtung im Nachgang der Corona-Krise und dem Umgang der Verantwortlichen mit der Krise ist sicher notwendig und hilfreich. Bereits heute lässt sich aber sagen, dass unsere politische Führung in der Krise im Großen und Ganzen verantwortungsvoll und angemessen reagiert hat. Das deutsche föderale System hat sich nicht als Bremsklotz erwiesen. Schnelle Kooperation über die Parteigrenzen hinaus war opportun und hat stattgefunden, auch wenn sich einige Länderfürsten als Vorreiter und Macher gerieren mussten. Über alle die Dinge, in denen wir uns für zukünftige Situationen besser aufstellen müssen, wird als Lerneffekt sicher zu reden sein. Eine Krise fördert das Gute und das Schlechte in den Menschen zutage. „Ausreißer“ gibt es immer!

Happy Hour

Was lernen wir persönlich daraus? Meine Einstellung zu manchen meiner Mitbürger*innen, zu den verantwortlichen Politiker*innen, zu öffentlichen Institutionen und zu den politischen Entscheidern in Deutschland, Europa und weltweit wird nach der Krise differenzierter sein, als vorher. Soviel ist allerdings gewiss! Egal! Mixen wir uns einen aktuellen Cocktail, in diesen Zeiten Quaratini genannt. Aus was auch immer: Anger-Tonic, Prohibition Punch, World Sour oder einen Sadness on the Rocks und genießen damit wenigstens eine Happy Hour pro Tag auf diese Weise. Kein Alkohol ist auch keine Lösung.

Dr. Dirk Mittermeier

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