(7) Bremer Mutmacher: Willi Lemke

Heide und Willi Lemke (c)Winnie Schmitz

Augen auf und Neues wagen

Ein wenig langweilig ist sie ja schon diese Corona-Zeit mit ihrer Beschränkung menschlicher Kontakte und den geschlossenen Läden und Einrichtungen aller Art. Das muss aber nicht so sein, wenn man seine Aufmerksamkeit neu ausrichtet. Nichtstun kann auch ganz neue Erfahrungen bringen. Was ich die vergangenen 30 Jahre nie erlebt habe, konnte ich jetzt beobachten: Wie im Nachbarsgarten ein Elsternpärchen ihr gerade gebautes Nest, das noch ohne Eier war, gegen ein Eichhörnchen vehement verteidigte. Nie zuvor hatte ich die Muße, mir ein derartiges kleines Naturschauspiel in meinem eigenen Garten anzuschauen. Oder wie sich auf meinem Rasen eine Katze eine kleine  Maus fangen wollte. Ich konnte da minutenlang zuschauen und freute mich, dass es der cleveren Maus schließlich gelang, unter der Terrassentreppe zu entkommen. Für so etwas hatte ich vor der Krise keine Augen. Schade eigentlich.

Raus aus dem Trott

Vielleicht reißt uns Alte diese Zeit auch aus dem ein oder anderen Trott, in den man mit den Jahren so verfallen ist, öffnet die Augen für Neues. Not macht erfinderisch, ist ein in diesen Tagen viel zitierter Satz. Und da ist ja auch was dran. Warum nicht die alten Fotoalben einmal in aller Ruhe anschauen und den Kindern oder Enkelkindern die lustigsten Schnappschüsse per Handy zuschicken?  Oder unbedingt die Bücher zur Hand nehmen, die man schon immer mal lesen wollte.

Einfach mal loslegen

Ich habe einen Freundeskreis, mit dem wir regelmäßig ins Kino gehen. Anschließend besprechen wir gemeinsam den Film. Das geht jetzt nicht. Neue Idee: wir schauen jeder bei sich zuhause einen verabredeten Fernsehfilm an. Später kommunizieren wir drüber: schriftlich oder mündlich. Wie auch immer. Das ist ein Beispiel die Krisensituation positiv zu nutzen. Einfach mal etwas ausprobieren, das man sich sonst nicht traut oder zu dem man sich sonst nicht durchringen kann. Man kann auch seinem Tag neue Strukturen geben: feste Mahlzeiten zum Beispiel oder regelmäßige Bewegung. Joggen, Radfahren oder Spazierengehen sind auch jetzt möglich. Das tun auch viele: Junge und Alte. Im Bürgerpark oder im Blockland habe ich an normalen Wochentagen noch nie so viele Sporttreibende und Bewegungsfreunde gesehen – mit Abstand natürlich. Also, einfach mal loslegen, einfach machen.

Viel Erfolg. Und bleiben Sie gesund!

Ihr Willi Lemke

„Bremer Mutmacher“ ist eine Aktion der SeniorenVertretung in der Stadtgemeinde Bremen zusammen mit Stadtportal Bremen

Bisher bei „Bremer Mutmacher“ (mit einem Klick):

(1) Frank Imhoff, 3.4.2020

(2) Dr. Andreas Bovenschulte, 5.4.2020

(3) Elena, 6.4.2020

(4) Carsten Meyer-Heder, 9.4.2020

(5) Dr. Kirsten Kappert-Gonther, 11.4.2020

(6) Christian „Stolli“ Stoll, 13.4.2020

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