Ich bin (nicht) erreichbar 

“Schöne digitale Welt” – Was bringt sie uns?

Kinder sagen immer die Wahrheit, meistens. Sie beobachten uns ganz genau. Was wir tun oder nicht, sind wir modern oder altmodisch? Gehen wir mit der Zeit, oder sind wir irgendwo stehen geblieben? Und sie sagen uns ihre Meinung, wobei der “Ton, der bekanntlich die Musik macht”, unterschiedlich ist. Wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, denken wir darüber nach. Und dann sind wir ganz schnell beim  Thema:

(c)Monika Sattelberg

Was Früher war

Früher haben wir den Telefonhörer abgenommen, ohne zu wissen, wer dran war. Früher …als man beim Telefonieren verträumt mit dem Finger die Strippe verknoten konnte… ich war dabei. Früher hatten wir mehr Zeit füreinander, als Kinder und Erwachsene, als Familie. Früher war überhaupt alles besser, so hört man oft die Leute sagen. Da gibt es Themen über das Leben, Gesundheit, Politik oder das Wetter, über das man reden kann, Vergleiche zieht. Jedoch gibt es  Tatsachen, die wir nicht oder nur bedingt beeinflussen können. Mir liegt es am Herzen, hier nur über ein Thema, einem wichtigen Thema, wie ich finde, zu schreiben. Das Mobiltelefon für Senioren.

Es war 1998, wenn ich mich richtig erinnere, als unsere Tochter ein sogenanntes Handy haben wollte. Mit der Begründung, alle aus meiner Klasse haben eins, nur ich nicht! Schliesslich gaben wir nach, auf! Aber es erwies sich als eine richtige Entscheidung. Es war die Zeit, wo sie begann “sich abzunabeln”, wie man so schön sagt. Hier eine Party, dort ein Treffen mit Freunden und dann die Zeit, wo noch Disco Besuche unter der jungen Generation populär waren. Als Eltern macht man da so einiges mit! Zu dieser Zeit stellte sich jedoch heraus: Das Handy war hilfreich! Wir konnten von überall miteinander kommunizieren. Immer erreichbar zu sein, war Pflicht. “Wo bist du”?, “wann kommst du”?, “wo können wir dich abholen”? Aber auch umgedreht konnten wir in Notsituationen sofort handeln, waren zur Stelle. Mit dem Handy fühlten wir uns gegenseitig irgendwie sicherer. Damals benutzte man das Mobiltelefon nur zum Telefonieren, allenfalls noch um eine Nachricht zu schreiben (SMS). Mehr nicht. Das hatte ja auch gereicht. Heute reicht das nicht mehr, finde ich. Es gibt viele Senioren*innen, die allein leben, weil vielleicht der Partner verstorben ist. Ein anderer Grund kann sein, Familie oder  Verwandte leben und arbeiten an einem anderen Ort, Enkelkinder studieren in einer anderen Stadt. Das sind neue Bedingungen in einer neuen Zeit. Da müssen wir uns zurechtfinden und achtsam sein.

(c)Monika Sattelberg

Was Heute ist

Ich muss gestehen, ich gehöre nicht zu denjenigen, die ständig das neueste Modell anstreben. Das finde ich in Ordnung. Im Gegenteil: Hab ich mich an eines gewöhnt, müssen gute Gründe vorliegen, ein Neues zu kaufen. Verlust führte hauptsächlich zu solch einer Entscheidung. Längst ist das Mobiltelefon von damals überholt. Heute sprechen wir vom “Smartphone”. Ein kleiner handlicher Computer, wenn man so will. Es besitzt unzählig viele Funktionen. Ich kenne sie bei weitem nicht alle, will heissen, ich kenne mein Smartphone noch lange nicht. So geht es aber vielen, mit denen ich ins Gespräch komme. Da hat die jüngere Generation uns natürlich etwas voraus. Aber das stört mich nicht. Manchmal drücke ich durch Zufall auf eine Taste, und staune, was passiert. Dann denke ich, okay, wieder was dazu gelernt. Was mir besonders am Smartphone gefällt ist, das ich nicht nur telefonieren und Nachrichten senden kann, sondern auch fotografieren. Fotos von der Familie, von Unternehmungen, Reisen zum Beispiel machen, verschicken oder empfangen, alles geht. Selbst mit einer entsprechenden Bankkarte eine Fahrkarte kaufen ist möglich. Hab ich mir bei Bahnreisenden abgeguckt und dachte, was die können, kann ich auch. Ich buche, reserviere und bezahle oneline mit Hilfe der entsprechenden Funktion auf meinem Handy. Das geht ganz unkompliziert. Als stolze Seniorin zeige ich “die Fahrkarte”  auf meinem Mobiltelefon , wenn der Schaffner kontrolliert. Man lernt nie aus , sofern man es will! Wer von uns auf dem Laufenden sein möchte, wird vom Handy profitieren. Es ist in jedem Fall, richtig eingesetzt, eine gute technische Errungenschaft.

Hilfeleistung – Unterstützung

Es gibt längst spezielle Seniorenhandys: Sowohl für Hörgeräteträger, und wer nicht mehr gut sehen kann, den grossen Bildschirm, grosse Symbole und Schriftzüge. An dieser Stelle meine Empfehlung aus Erfahrung: Nicht nur zur Kommunikation, ein Mobiltelefon kann auch ein überaus nützlicher Helfer im Alltag sein. Denken Sie an eine Notfallsituation, die plötzlich auftreten kann. Dann leistet ihr Handy wichtige Dienste: Mobiltelefone mit Notruftaste zum Beispiel, alarmieren vorher festgelegte Kontakte oder senden ein Notrufsignal ab. Wie das geht, das werden Kinder oder Enkelkinder erklären können. Es ist erstaunlich, wie die Kleinen das schon drauf haben!

Von wegen: ”Am Limit”

Eines ist gewiss, Mobiltelefone haben Potential. Daher sollten sich ältere Menschen diesen nicht verschliessen. Wagen Sie den Schritt! Wer sich mit der neuen Technik befasst, hält sich auch geistig fit. Und wer sich noch mehr zutraut, entscheidet sich für ein Tablet. Die gibt es auch für Senioren. Ein Tablet hat  eine einfache Bedienung, spannende und fordernde Spiele sind darauf möglich und noch vieles mehr. Auch wenn es manchen unter uns schwer fallen könnte, bedeutet schwer nicht unmöglich! Dabei hilft der Gedanke im Kopf: “Ich will. Ich kann. Ich schaffe es.”

Monika Sattelberg

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