Das Leben in Zeiten von Covid-19 (7)

Da werden Erinnerungen wach…

Als 1937 Geborene habe ich Kriegs- und Lagererfahrung, dies prägte mich und hilft mir jetzt.  Heute stehen die meisten Menschen dieser Situation unvorbereitet und hilflos gegenüber und so auch die, die jetzt handeln und von Regierungsseite aus reagieren müssen. Dafür liegt kein Plan in der Schublade.

(c)Elisabeth Kriechel

Damals

Meine Berufstätigkeit nach der staatlichen Handelsschule als Chefsekretärin war in einem Tonwerk Nähe Bonn. Dort arbeiteten fast immer circa 250 Männer im Abbau von Ton, der Trocknung, Vermahlung, Brennung und ebenso danach Vermahlung. Die Stahlwerke brauchten genau dieses Material zum Aufbau. Sowohl feiner Tonstaub als auch Schamottestaub gefährdeten die Lungen der Männer. Unter anderem war ich dafür zuständig, die regelmäßigen Röntgenreihenuntersuchungen zu organisieren und es kam dann dieser Röntgen-Bus für einige Tage, bis dann alle durch waren. Das geschah quasi im laufenden Betrieb und so kommt in diesen Tagen in mir diese Erfahrung hoch. Man könnte ganz anders testen, keiner stände vor Praxen oder Krankenhäusern. Der Abstrich wird von geschütztem Personal abgenommen, mitgenommen, Ergebnisse bekommt man dann zugesandt. Ich erinnere noch meine Liste mit Staublunge-Mitarbeitern, Gefährdeten und allem, was dann in der Folge dazu einzuleiten war.

(c)Elisabeth Kriechel

Heute

Wieviele unter uns spüren von einer Erkrankung nichts, denken gar nicht daran, etwas zu haben, dann sollen sie ja auch nicht aus Angst die Praxen stürmen, gefährden. Hier im Stadtteilhaus St. Remberti der Bremer Heimstiftung ist alles heruntergefahren und im Ausnahmezustand.  Leicht könnte ein Bus testen, so auch eben stadtteilweise. Dies natürlich nur, wenn genug Laborkapazitäten vorhanden sind. Aber als Anregung möchte ich diese Erinnerung nicht für mich behalten und gerade im Seniorenlotsen schildern.

Mittagessen

Mein Mann und ich haben in der Heimstiftung seit nun fast 20 Jahren ein Mittags-Abo, mir als schwer Sehbehinderte hilft das sehr. Wir dürfen nun nicht mehr kommen. Es könnten sich nun Suppenküchen bilden, die Bringdienste anbieten, die hätten Arbeit, wir alten Menschen hier eine warme Mahlzeit.

Elisabeth Kriechel

  1 comment for “Das Leben in Zeiten von Covid-19 (7)

  1. Chris sagt:

    Herzlichen Dank für Ihren Beitrag Frau Kriechel. Sie haben geschöpft aus Ihrer Erfahrung und Ihre Gedanken uns mitgeteilt. Das finde ich gut und grundsätzlich auch eine gute Idee: Der Test kommt zu den Betroffenen! Leider weiß ich nicht, wie die Test’s vorgenommen werden, ob die Ausstattung in diesem Rahmen (mobiler Bus) möglich wäre. Dabei denke ich an erforderliche und einzuhaltende Hygienemaßnahmen, an die Schutzanzüge derjenigen, die den Test durchführen. Müssen diese direkt danach gekühlt werden…Ich könnte mir aber vorstellen, daß das machbar wäre. wenn es genügend Zeit gebe, dies umzusetzen. Jedoch die Zeit dafür ist knapp, zu knapp, denke ich.
    Bezüglich der Suppenküche empfehle ich Ihnen die Freiwilligenagentur in Anspruch zu nehmen. In vorherigen Seiten finden Sie dazu Kontakte. Bleiben Sie und Ihr Mann gesund!

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