Achtung: Glosse

Kartoffel in Herzform

(c) priv. C. Schütte

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kartoffeln und Klopapier

Zunächst gibt es an sich keinen erkennbaren Zusammenhang. Geht man bis in den Hunger- und Kältewinter 1946/47 gedanklich zurück, erinnert man sich, dass Grundnahrungsmittel wie Kartoffeln ganz schwer zu bekommen waren. Nur besondere Beziehungen zu Bauern ermöglichten es, zu horrenden Preisen an das begehrte Produkt zu kommen, um schließlich nicht zu verhungern. Aber was hat das mit Klopapier zu tun? 1946/47 gab es überhaupt keines, Zeitungspapier erfüllte seinen Zweck, sicherlich nicht ganz so hygienisch.

Abgewickelte Toilettenpapierrolle

(c) privat; Stiller

Heute

– in der Corona Krise – ist dagegen Klopapier der Renner und ständig ausverkauft, gehamstert in ihrer Angst um die Hygiene von morgen. Gibt es also einen Zusammenhang zwischen Kartoffeln und Klopapier. Ja, Kartoffeln retteten uns 1946/47 vor dem Verhungern, Klopapier ist das Symbol für eine Mangelware 2020. Eine Mangelware macht eine Krise erst zu einer Krise,

somit ist die Kartoffel von gestern, das Klopapier von heute.

Dr. Andreas Weichelt

  2 comments for “Achtung: Glosse

  1. Elisabeth Kriechel sagt:

    Super, sehe es genau so und habe es mit meinen 83 Jahren damals 1946-1950 im Flüchtlingslager in Flensburg-Mürwik selber erlebt, das mit den Kartoffeln, fuhr mit Oma um kurz nach fünf Uhr morgens über Land und kam oft abends mit 2-3 Kartoffeln zurück, die kamen dann in die Wasser-Lager-Suppe, alle warteten schon auf Oma und das Kind.
    Ja, und das jetzt, will selber ein Essay über Klopapier schreiben und bin gespannt, wann ich nun nach schon Wochen das Erste bekomme. Innigen Dank für diesen tollen Artikel von Elisabeth Kriechel

  2. Ellen sagt:

    Vorgestern war ich bei Rossmann: wieder alles Klopapier weggehamstert. Die Hamsterer müssten doch jetzt allmählich Keller und Boden voll davon haben.

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