WiN-Projekte sollen aufgestockt werden

Puzzlestücke, lila

(c) Barckhausen

Wohnen in Nachbarschaften

Das Programm „Wohnen in Nachbarschaften“ (WiN), mit dem auch in Bremen Quartiere mit sozialen Projekten gestärkt werden, läuft zum Jahresende 2019 aus. Eine Evaluation der bisherigen Arbeit von WiN soll in Verbindung mit dem „Monitoring Soziale Stadt“ Aufschluss darüber geben, ob und in welcher Form das mit bislang 1,75 Millionen Euro ausgestattete Programm ab 2020 fortgeführt wird. Das Berliner  Forschungs- und Beratungsinstitut ‚empirica‘ hat die Daten nun erhoben und ausgewertet. Es bescheinigt WiN gute Erfolge und enthält die Empfehlung, das Programm in leicht veränderter Form und mit mehr Geld fortzuführen.

Sozialraummonitoring

Das Ergebnis des kleinräumigen Monitoring erhebt Daten zu vier Sozialindikatoren und ermittelt daraus einen Gesamtindex auf der Ebene „statistischer Quartiere“ (Wohngebiete unterhalb der Ortseilebene). Dieser ist Grundlage für die Entscheidung, in welchen Quartieren WiN in welchem Umfang fortgeführt werden soll. Die vier Indikatoren – Sprachförderbedarf, Nicht-Abiturquote, Transferleistungsbezug von Personen unter sowie über 15 Jahren – gelten als Leitindikatoren für die soziale Lage in einem Quartier.

Bewertung

„Die WiN-Evaluation hat zu dem Befund geführt: Die Herausforderungen von Integration und Teilhabe in den bestehenden WiN-Gebieten haben sich mit der verstärkten Zuwanderung ab 2015 noch einmal deutlich vergrößert“, sagte Anja Stahmann, Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport. Die Rolle der WiN-Gebiete als Ankunfts- und Integrationsquartiere habe sich dadurch verstärkt: „Das kommunale Handlungsprogramm WiN muss fortgeführt und finanziell aufgestockt werden. Wir wollen so die Ressourcen und Potenziale in den WiN-Gebieten weiter stärken.“ „WiN-Evaluation und Sozialraummonitoring zeigen zudem: Auch in Zukunft werden die heutigen WiN-Quartiere einen Großteil der gesamtstädtischen Integrationsleistungen übernehmen“ sagte Maike Schaefer, Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau.

Aufstockung als gemeinsamer Vorschlag

Im Ergebnis schlagen die beiden Senatorinnen eine Aufstockung der WiN-Mittel um 530.000 Euro im ersten Jahr und 580.000 Euro im sechsten Jahr der vorgeschlagenen sechsjährigen WiN-Periode bis 2025 vor. Das entspricht am Ende einem Plus von 33 Prozent gegenüber 2018/2019. Das WiN-Jahresbudget wächst damit von derzeit 1,75 Millionen auf gut 2,25 Millionen Euro. Senatorin Stahmann betonte: „Die nahtlose Fortführung im Jahr 2020 ist auch dann zu gewährleisten, wenn der Haushalt – wie erwartet – erst zum Spätsommer beschlossen wird.“

Öffentliche Diskussion

Mit einer detaillierten Vorstellung der WiN-Evaluations- und Monitoringergebnisse für die Bremer Beiräte sowie einer Befassung von Senat, Deputationen und Bürgerschaft solle der Weg für eine Verlängerung und Weiterentwicklung des WiN-Programms in den kommenden Monaten weiter beschritten werden.

Dr. Dirk Mittermeier

Quelle: PM der Pressestelle des Senats vom 17.9.2019

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