Brücken … Denk mal drüber nach

Graffiti an Mauer am Werdersee "Denk mal drüber nach"

(c)Dirk Mittermeier

Lieder

Vielleicht schon immer, aber zur Zeit besonders, finden sich in unserer Gesellschaft viele Hindernisse, die es zu überbrücken gilt. Dabei reicht meistens ein Lied nicht aus, obwohl es eine Brücke sein könnte: Joy Fleming, Gott habe sie selig (sie starb 2017), die stimmgewaltige Sängerin aus Mannheim, hat es besungen, damit aber beim ESC (Erklärung für alle Schlagerbanausen: ESC steht nicht für „Escape“ sondern für „European Song Contest“) in Stockholm 1975, für mich unverständlich, keinen Blumentopf gewinnen können: nur Platz 17 mit 15 Punkten. „Sie haben die beste Stimme, die ich je in Deutschland gehört habe“, sagte Janis Joplin damals über sie. In ihrem „Neckarbrückenblues“ war „er“ schon wieder mundartlich über die Brücke gehuscht, die Mannheimer Brücke, was in seiner Bedeutung wohl nur Einheimischen ein Begriff gewesen ist. Aber alles mit dieser einzigartigen Stimme! „Oh Karl, Oh Karl, Oh Karl, Oh Karl, Oh Karl, Du hoscht doin‘ Hut tief im G’nick“ (das reimte sich gut auf „Neckarbrick“).

Noch mehr Lieder

Auch bei Peter M.s bekanntem Lied musste man, je eher, desto besser, in seinem Leben über sieben Brücken gehen und noch andere Prüfungen bestehen oder überstehen, bevor man gereift ins wahre Leben entlassen werden konnte. Die Brücke over troubled water war es unvergessen bei Simon and Garfunkel, den beiden, die sich zwar immer noch ab und an singend in der Öffentlichkeit zeigen, aber inzwischen in Amerika auch einer Seniorengruppe angehören. Den Teil dazu aus meinem früheren Berufsleben lasse ich da mal aus, eine Brücke für die Lücke, das ist immer noch state of the art. Während Wilhelm Buschs Max und Moritz durch das Hinzufügen („Ritzeratze“) einer Lücke in die Brücke den Schneider Böck ins kalte Nass beförderten.

Noch mehr Brücken

Es geht heute um Brücken in Köpfen, in Gedanken, im Denken, um Brücken, die über all die tiefer werdenden gesellschaftlichen Abgründe hinweg errichtet werden sollten. Ich habe eine Zeit lang einige Persönlichkeiten in Bremen dazu befragt, was der Kitt sei, der unsere Gesellschaft nach ihrer Meinung zusammen halten würde oder zusammen halten könnte. Die Antworten dazu waren nicht alle befriedigend. Hier sollten wir zwischen den diversen Strömungen des Denkens in unserer Gesellschaft einmal versuchen, Brücken zu bauen. Ein frommer Wunsch, höre ich euch sagen. Wir brauchen keine Brücken zwischen den Köpfen, wir brauchen Brückentage!??????

Denk mal drüber nach!

Dr. Dirk Mittermeier

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.