Meine Meinung: Generationengespräche

zwei Männer am Tisch

(c)Dirk Mittermeier

Wochenserie bei buten un binnen

Einige Stunden dauerten die Aufnahmen, das Material wurde in kleine Themen-Häppchen geschnitten und über die letzte Woche bei Radio Bremen regional in „buten un binnen“ gesendet. Fazit: Als Beteiligter vermisst man die eine oder andere weggelassene Aussage in der Endfassung, die man selbst für wichtig erachtet hat. Das wird den anderen Beteiligten nicht anders gehen. Aber: Denkanstösse sind sichtbar geblieben. Für den Zuschauer war nicht so sehr ein wirkliches Gespräch erkennbar, sondern Statements. Dabei ging verloren, dass es durchaus Anknüpfungspunkte zwischen den Protagonisten der Enkel- und der Grosseltern-Generation gab. Mehr Konfliktpotenzial liegt auch eher in der direkten Generationenbeziehung zwischen Eltern und Kindern. Weiteres Fazit: Aus meiner Sicht besteht die Notwendigkeit mit der jungen Generation auf einer gemeinsamen Ebene zu kommunizieren, miteinander zu sprechen, um die Vorstellungen der anderen Generation zu verstehen, kennen und akzeptieren zu lernen (siehe auch das Motto des 12. Deutschen Seniorentages: „Brücken bauen zwischen den Generationen, für eine solidarische Gesellschaft“). Wenn wir es schaffen, ein tragbares Format zu schaffen, wird der fruchtbare Dialog demnächst fortgesetzt!

Gerechtigkeit – Ungerechtigkeit

Generationen-Gerechtigkeit heißt an dieser Stelle, dass die Daseinsgrundbedürfnisse aller Generationen (Wohnen, Bildung, Kommunikation, Information, Arbeit, Verkehrsteilnahme, Versorgung, Erholung) in unserer Gesellschaft eine angemessene Berücksichtigung finden sollen:

  • Vernünftige Wohnverhältnisse für Kinder, junge Familien und für die ältere Generation bei leistbaren Mieten, um den familiären Umständen entsprechend bezahlbar wohnen zu können
  • ungehinderter Zugang zu Bildung und Sicherstellung einer guten Bildung in Kita, Schule, Uni und Berufsausbildung für Kinder und Jugendliche
  • Information und Kommunikation für eine altersgerechte Teilnahme und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben
  • Sicherstellung eines humanen Arbeitsmarktes mit angemessenem Löhnen und Gehältern für die berufstätige Generation
  • Sicherstellung einer angemessenen Verkehrs-, Versorgungs- und Entrsorgungs-Infrastruktur
  • Sicherstellung einer auskömmlichen Rente für die Alten
  • vernünftige Wohnverhältnisse für Kinder, junge Familien und für die ältere Generation mit leistbaren Mieten
  • Gleichbehandlung gilt für alle Altersgruppen: Bildung, Arbeitswelt, Pflege, Gesundheit, Freizeit, ÖPNV usw.
  • Sowohl Kinderarmut, als auch Altersarmut gehören nicht in unsere Wohlstandsgesellschaft; dass Kinder hungern müssen ist ebenso unerträglich wie alte Menschen, die sich der Tafel bedienen müssen oder in ihrer Not in Mülleimern herumsuchen.
  • Wir dürfen uns als Generationen, die zur gleichen Zeit unsere Gesellschaft repräsentieren, nicht gegeneinander ausspielen lassen. Deshalb müssen wir miteinander reden.
  • Wir Alten müssen mit unseren Lebenserfahrungen der jungen Generation Mut machen, die Vorstellungen ihres zukünftigen Lebens in unserer Gesellschaft zu entwickeln, zu artikulieren und offensiv und öffentlich zu vertreten, mit den Mitteln, die uns in unserer demokratischen Gesellschaft zur Verfügung stehen.

Für Interessierte ist die Serie in der RadioBremen-Mediathek und unter Youtube abrufbar:

Dr. Dirk Mittermeier

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