Da kann der Schuh auch schon mal drücken

Mütter und Kinder auf einem Spielplatz

(c) Elfie Siegel

Wer eine große Familie hat, hat Glück. Unter einer großen Auswahl von Onkeln, Tanten, Vettern und Cousinen finden sich immer einige, die auf der gleichen Wellenlänge liegen und mit denen man gerne zusammen kommt. Wenn alles gut geht, hält man möglicherweise sogar zusammen und gibt sich gegenseitige Unterstützung. Auch wenn sie einem schon mal zur Last werden kann. Unter Geschwistern oder Eltern ist die Auswahl naturgegeben nicht ganz so groß. Da gibt es glückliche und weniger glückliche Gemengelagen. In jedem Fall muss man nehmen was kommt – im Guten wie im Schlechten.

Und die Kinder?

Die Zeiten, in denen man glaubte, sie kämen als leere Töpfchen auf die Welt, sind längst vorbei. Sie können nicht einfach nach den elterlichen Vorstellungen geformt werden. Auch zwischen Kindern und Eltern kann es passieren, dass zu unterschiedliche – oder zu ähnliche Charaktere zu komplizierten Verhältnissen führen. Gleichwohl kann man in der Regel davon ausgehen, dass in dieser speziellen Verbindung der Wille zum gegenseitigen Verstehen, Stützen und Tragen per se vorhanden ist – wie gesagt, in der Regel.

Vier Freundinnen auf einer Straße

(c) F. Stubbenwisch

Wahlverwandtschaften

Nun ist aber unsere Welt in den letzten Jahrzehnten immer größer und weiter geworden. Groß- und Kleinfamilien haben sich oft verstreut, in andere Gegenden, andere Städte oder gar andere Länder. Das Kontakt Halten wird schwerer und man sieht sich seltener. Bei Freunden ist das anders. In der Regel hat man sie sich selber ausgesucht, man teilt Interessen, weitere Freunde und lebt häufig am selben Ort. Hier gibt es die Chance, gemeinsam etwas aufzubauen, das alltäglichen Halt und Sicherheit gibt. Gute Freundschaften bringen Anregungen und Freude, Vielfalt und Lebendigkeit. Sie sind für viele alte Menschen unverzichtbar. Wer sich einen guten Freundeskreis aufgebaut hat, der kann sich glücklich schätzen und sollte sich gleichzeitig immer wieder um deren Erhalt bemühen.

Schuhe hängen im Frühlingsbaum

(c) KBU

Irgendwie kuschelig

Und dennoch ist da was – etwas unbeschreibliches – das dem Verhältnis zu den engsten Angehörigen irgendwie eine andere Wertigkeit gibt. Ein italienisches Sprichwort besagt: Verwandte sind wie Schuhe – je enger, desto mehr drücken sie…
Na ja, ist aber auch irgendwie kuschelig, oder?

Antoni Heckel

  2 comments for “Da kann der Schuh auch schon mal drücken

  1. Eske sagt:

    Die Deutschen sagen: Verwandte sind wie Fisch! Nach drei Tagen fängt er an zu stinken.
    Ist schon immer eine Gradwanderung das richtige Maß zu finden, was allen gut tut.
    Viele Grüße Eske

  2. Hedwig sagt:

    Naja, wenn ich an die vielen Ein-Personen-Haushalte denke: Es ist wohl so, dass wir immer mehr unsere Beziehungen gestalten müssen, egal ob es sich um Freunde oder Verwandte handelt. Darin liegt eine Chance. Aber wir müssen was dafür tun. Also rufen Sie noch heute den Schwager, die Cousine, die Schwester und die alte Schulfreundin an!

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