Pfennige und Cents

Geldbörse mit Centstücken

(c)Elfie Siegel

Der Glückspfennig

„Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.“ Das haben uns unsere Eltern beigebracht. Wenn ich einen Pfennig gefunden habe, habe ich dreimal drauf gespuckt, dann brachte er Glück. Und man konnte in den fünfziger Jahren tatsächlich noch etwas kaufen für einen Pfennig. Im Milchladen bei der dicken Ella gab es noch die guten „Sahnebonschen“ für einen Pfennig das Stück. Jedes war extra eingepackt. Ich hatte lange was davon. Denn sie blieben so schön in den Zähnen kleben.

Kupfer will keiner

Was bekommen wir für unser heutiges Kupfergeld, die Cent-Stücke? Mir fällt nichts ein. Selbst Bettlern mute ich sie nicht zu. Der Mann im Teeladen nimmt sie nicht mehr gern. „Wenn ich zuviel Kleingeld habe und ich bringe es zur Sparkasse, muss ich noch dazuzahlen. Die kleinen Münzen machen ihnen zuviel Arbeit“, empört er sich. Und der Italiener im Alimentari rundet die kleinen Centbeträge immer nach unten ab. Zehn Cent sind für ihn die allerkleinste Einheit.

Also: Der Cent ist nichts mehr wert. Er wird auch nicht geehrt! 

Nicht mal als Glückspfennig taugt er.

Elfie Siegel  

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