Sprichwörter sollten uns zurechtweisen

Zwirn Nadel Faden Schere

(c)Elfie Siegel

Wir sollten leise und unauffällig sein

„Mädchen, die pfeifen, und Hähnen, die krähen, soll man beizeiten die Köpfe umdrehen.“ Drastischer geht es nicht. Dabei habe ich immer gern gepfiffen. Und Frauen, die schrill auf zwei Fingern pfeifen können, bewundere ich noch heute. Ich hoffe, dass dieser Spruch der Vergangenheit angehört.  Es wird ja kaum möglich sein, damit noch heute Mädchen oder junge Frauen zurechtzuweisen. Zu meiner Schulzeit in den fünfziger Jahren waren solche Sprüche noch üblich.

Fleißige Mädchen nähten mit kurzem Faden

Etwas harmloser hörte sich „Langes Fädchen, faules Mädchen“ an. Ich bekam diesen Satz als Elfjährige von unserer Handarbeitslehrerin gesagt, als ich auf ihre Frage antwortete, dass ich natürlich lieber mit einem langen Faden nähe.

Blei im Hintern statt Gold im Mund

Später haben wir Sprichwörtern ihren ehrpusseligen Sinn genommen. Wir haben sie umgedichtet. Hier einige Kostproben:

„Morgenstund hat Blei im Hintern.“

„Was du heute kannst besorgen, verschiebe lieber auf morgen.“

„Wer den Schaden hat spottet jeder Beschreibung.“

„Wer Anderen eine Grube gräbt ist selbst Bauarbeiter.“

„Übermut lernt Hans nimmermehr.“

„Was Hänschen nicht lernt tut selten gut.“

 

Elfie Siegel

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