Die Augen haben sich geschlossen

Polizei Hinweisschild

(c)Gerd Feller

Die erfolgreiche Kampagne „Augen unserer Stadt“ wurde jetzt mit sofortiger Wirkung eingestellt. Diese traurige Nachricht erreichte die Bremer Seniorenvertretung am 19. Juni 2018. Es handelt sich dabei um eine seit 5 Jahren erfolgreiche Initiative des Präventionszentrums der Bremer Kriminalpolizei. Damit endet auch leider die Zusammenarbeit der Bremer Seniorenvertretung mit Holger Ihnen, der uns stets mit wertvollen Informationen versorgt hat. Die „Augen unserer Stadt“ gehörten nicht nur der Polizei, sondern auch den Bürgerinnen und Bürgern. Wer an der Kampagne teilnahm, meldete das, was ihm an fragwürdigen Vorgängen und Verhaltensweisen im öffentlichen Raum oder an der Haus- und Wohnungstür auffiel, an die Präventionsstelle, die dann den jeweiligen Fall untersuchte und die Öffentlichkeit wiederum über alte und neue kriminelle Methoden informierte. Wir alle wissen, dass gerade für ältere Menschen die Einbruchs- und Betrugskriminalität wichtige Themen sind. Mit den „Augen unserer Stadt“ und dem Ausbau der Kriminalprävention wurde nachdrücklich über die wechselnden Tricks der Diebe, Nepper und Bauernfänger berichtet und auf Strategien zur Abwehr hingewiesen.

Trotz anfänglicher Bedenken (vgl. DURCHBLICK 167, Dezember 2013, S.5/6), dass Information allein nicht genüge, um die ältere Generation vor Betrügern zu schützen, hat sich die Institution „Augen unserer Stadt“ als wichtige Informationsquelle doch bewährt. Der DURCHBLICK half, die wichtigen Nachrichten der Präventivstelle unter den älteren Leserinnen/Lesern zu verbreiten. Inzwischen nahm die Bevölkerung die Verhaltensvorschläge ernst, und die Meldungen über eine gelungene Abwehr von Betrugsversuchen nahmen zu.

Ursachen

Wem haben wir die Auflösung der Präventivstelle zu verdanken? Der Misswirtschaft des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und dem ganzen deshalb seit Wochen laufenden Theaters. Die umfangreichen polizeilichen Ermittlungen wegen des Korruptions-verdachts und der Verstöße gegen das Asylgesetz erfordern, Personal der Kriminalpolizei zu versetzen. Diese Maßnahme führte auch dazu, dass sich die „Augen unserer Stadt“ geschlossen haben. Das ist mehr als ärgerlich. Das Präventionszentrum bleibt zwar offiziell bestehen, aber es wird spürbare Einschränkungen bei den öffentlichen Veranstaltungen und bei den Öffnungszeiten für Beratungen geben (der Seniorenlotse hat bereits berichtet).

Man kann nur hoffen, dass die Vorgange im BAMF Bremen schnell aufgeklart und die dafür Verantwortlichen konsequent und angemessen bestraft werden. Diejenigen, die hier ihrer Dienstpflicht nicht nachgekommen sind, haben bei vielen Bürgern erneut Zweifel am Funktionieren des Rechtsstaates ausgelöst und das Bild unserer öffentlichen Verwaltung beschädigt. Viele Bürger/innen sind gespannt, ob und wie der Rechtsstaat die Verfehlungen ohne Ansehen der Person ahndet.

Gerd Feller

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