Ein Foto von der Westbrücke

Stephanibrücke, Alte Aufnahme einer Brücke

Die Westbrücke 1939 (c)Heiner Brünjes

In einer Fotokiste meines Vaters befindet sich ein altes Bremen-Motiv etwa aus dem Jahr 1939. Es zeigt die damalige Westbrücke (heute Stephanibrücke). Sie wurde im Aufnahmejahr eröffnet und diente damals vor allem dem Verkehr zu den bremischen Freihäfen. Der Brückenbau bedeutete tiefe Einschnitte in die Stadt, denn die neue Weserbrücke musste ja auch ins bremische Verkehrsnetz eingebunden werden. So verschwanden bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Teile des alten Gassenviertels im Faulenquartier. Auf der Neustadtseite wurde der Hohentorsplatz geschaffen.

„Halbringlinie“

Die Situation hat sich gegenüber dem heutigen Anblick so stark verändert, dass man den Aufnahmestandpunkt kaum noch wiedererkennt. Er zeigt das Bild von der Neustadtseite nahe dem Hohentorshafen auf das Faulenquartier. Im Hintergrund ist der Turm der Stephanikirche deutlich zu erkennen. Wer genauer hinschaut, entdeckt auf der Brücke einen Triebwagen der Straßenbahn. Tatsächlich fuhr die Linie 15 nur sechs Jahre lang über die Brücke, bis sie im 1945 zerstört wurde. Die „15“ war als Halbringlinie konzipiert. Man konnte mit ihr von der Emder Straße in Walle durch das Freihafengebiet über die Westbrücke und dann weiter über Hohentorsplatz, Pappelstraße, Markt und Hauptbahnhof bis nach Findorff kommen. Nach 1945 gab es jahrelang an der Stelle nur eine Behelfsbrücke ohne Straßenbahnverkehr.

Heiner Brünjes

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