In schwarz-weiß konzentrierter

Ich liebe alte Fotos. Bekomme ich eines zu Gesicht, kann ich lange schauen und bewundern. Sie sind meist in einem warmen Dunkelton von braun bis mittelschwarz und heben irgendwie Wesentliches hervor.

alte Fotos, Schwarz/weiß- Portrait eines Mannes mit Schnurrbart

(c) privat Kriechel

Ich will nun nicht die heutigen Fotos vorschnell bemängeln. Und doch, die ungeheure Flut verzettelt auch. Sie zieht einfach durch das Überangebot Aufmerksamkeit ab. Ich schaue gerade auf das Porträt meines Großvaters und bin wieder einmal hin und weg. Was sind das für Raritäten. Wie lange musste da auch gespart werden, um zu einem Fotografen gehen zu können. Und dann die ganze Prozedur. Herrlich spannend!

Ich erinnere noch gut einen Termin, wo dieser Fachmann dann hinter seinem Tuch verschwand und ich seinen Versprechungen auch glaubte, dass gleich ein Vögelchen hervorkommen würde, ich solle nur aufmerksam hinschauen. Zack, da hatte er das Foto im Kasten und der Vogel blieb weg, einfach ein toller Trick, ein Kind interessiert schauen zu lassen.

Ja, auf Flohmärkten sehe ich mir auch immer die alten Alben an und blättere durch, fasziniert, kenne zwar keine und keinen, aber es hat was. Dann halte ich mich zurück, um nicht gleich zu kaufen. Wie häuft es sich schnell an und dann wohin damit?

Gute Arbeit

Ein Lob jedoch haben diese alten Fotos verdient, sie kamen nicht mal eben zustande. Da stand dann schon Eine oder Einer hinter der Kamera, die oder der sein Fach von der Pike auf gelernt hatte und so auch gute Ergebnisse lieferte. Das Ganze auch nicht mal für wenig Geld, aber gute Arbeit war eben auch guten Lohn wert.

Schnelllebig ist unsere Zeit geworden, von allem viel und dann auch oft zuviel. Wenig ist eben manchmal doch mehr. Farbe kann auch wieder ablenken, ich schaue weiter alte Fotos und dann in dieser schon irgendwie anziehenden Farbgebung. Ja, das Leben ist bunt, konzentriert man sich auf Wesentliches, kommt es in schwarz-weiß dann doch konzentrierter heraus. Weiter hüte ich meine wenigen alten Fotos und bin meiner Mutter sehr dankbar, dass sie mir Einige anvertraute.

Elisabeth Kriechel

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