Neujahrsempfang des ZIS im Focke-Museum

Frau mit Gitarre vor einem Mikrofon

Gül Polat (c)Dirk Mittermeier

Das „Zentrum für Migranten und interkulturelle Studien e.V.„, kurz „ZIS“, hatte ins Focke-Museum eingeladen zum Neujahrsempfang am 23.1.2018. Im Vortragssaal des Museums fanden sich etwa 130 Gäste ein, die zunächst den traurig anmutenden Liedern von Gül Polat lauschen durften. Gül Polat begleitete sich selbst auf der Saz (türkische Gitarre). Gesungen wurden traditionelle türkische Lieder aus Anatolien, Lieder von Sehnsucht nach Heimat und Liebe.

 

Zwei Personen mit Urkunde und Blumenstrauss

(c)Münchmeyer-Elis

Ali Elis als Vorsitzender der ZIS begrüßte die Gäste.Er verlieh der Direktorin des Focke-Museums, Frau Dr. Frauke von der Haar eine Ehrenurkunde für ihre Bemühungen um die interkulturelle Verständigung. Sie sehe das nicht so sehr als Anerkennung für Geleistetes, sondern als Ansporn, durch weitere Bemühungen bei der Darstellung der Bremer Geschichte immer auch den Anteil darzustellen, den die vielen Migranten, die inzwischen Bremer geworden sind, ausmacht. Natürlich gab es am Ende Leckeres aus der internationalen Küche: spezielle landestypische Speisen gefüllter Blätterteig , Börek, Salate, dazu natürlich auch jede Menge gute Gespräche.

Projekt „Erinnerungsort Migration“

Handabdruecke Modelle

(c)Dirk Mittermeier

Am Rande fanden sich in Schaukästen diverse Handabdrücken von Migranten. Diese sind Teil eines Projekts, das das Schicksal und den Lebensweg von 50 Migranten dokumentiert, die im Rahmen der Anwerbung von Arbeitskräften in den Jahren zwischen 1955 bis 1975 nach Bremen kamen. Im Jahre 1968 (siehe die aktuelle Ausstellung im Focke-Museum „Nach dem Protest, Bremen nach 1968) lebten fast 50.000 Türken in Bremen, viele fertig ausgebildete Arbeitskräfte fanden den Weg zu uns. Die Industrie boomte, Mercedes, Bremer Vulkan und AG Weser hatten dringenden Arbeitskräftebedarf. Im Jahr der Ölkrise 1973 und den damit verbundenen Rezessionen begann dann ein Anwerbestopp für ausländische Arbeitskräfte. Aber viele blieben danach in Bremen und sind bis heute Teil unserer Gesellschaft.

Das ZIS Zentrum Für Migranten und Interkulturelle Studien verfolgt seit 1981 das Ziel, die Zuwanderung ab 1955 nach Bremen zu dokumentieren und die Geschichten  der Menschen zu erzählen, die den Bremer Westen in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg wesentlich geprägt haben. Das Projekt „Der Erinnerungsort Migration“ als musealer Dokumentations- und Lernort zur Migration möchte die Bremer Geschichte der Zuwanderung in unterschiedlichen Perspektiven erzählen und unter anderem Themen wie Integration, Heimat und Identität auf die Spur kommen. Seit 2017 sind ZIS und das Focke-Museum Kooperationspartner. Langfristig verfolgen beide Einrichtungen das Ziel mit Veranstaltungen und Veranstaltungsangeboten die Begegnungsmöglichkeiten zwischen Migranten/innen und Deutschen zu ermöglichen und zum besseren Verständnis beizutragen.

Zeynep Sümer und Dr. Dirk Mittermeier

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