Hinter den Kulissen – Seniorenvertretung besucht BSAG

Der Arbeitskreis Bauen, Wohnen und Verkehr der Bremer Seniorenvertretung war am 26.September 2017 zu Besuch bei der Bremer Straßenbahn AG.

Seniorenvertretung besucht BSAG, Straßenbahn mit rotem Führerhaus

(c) Greta Jebens

Christian Meyer, Unternehmenssprecher und Leiter der Pressestelle der BSAG, und seine Mitarbeiterin Sonja Niemann referierten zu drei Themenbereichen: Entwicklung und Organisation der BSAG, Barrierefreiheit sowie Elektromobilität. Dabei blieb es aber nicht. Der Kreis der anwesenden Seniorinnen/ Senioren nutzte das Angebot, zahlreiche Fragen zu stellen und eigene Erfahrungen interessierte Besucher/innen der Einladung, einen Rundgang über das Betriebsgelände zu machen.

Verkehrssicherheit, Alte Dame steigt mit Rollator in eine Straßenbahn

(c) Devrim Sahiner, frauenseiten.bremen

Auch EU-Vorschriften müssen eingehalten werden

Im Mittelpunkt standen selbstverständlich Fragen zur Barrierefreiheit. Die BSAG arbeitet bei diesem Thema eng mit dem Forum Barrierefreies Bremen zusammen und ist auch bereit, sich mit Wünschen der Bremer SV auseinanderzusetzen. Grundsätzlich bemüht man sich, die Forderung nach Barrierefreiheit umzusetzen, aber es gibt auch für die BSAG Auflagen, die Einschränkungen nach sich ziehen. Im Gegensatz zu den jetzt eingesetzten Fahrzeugen werden zum Beispiel die Multifunktionsflächen mit längsseits angebrachten Klappsitzen erweitert, damit mehr Platz für die wachsende Zahl von Kinderwagen und Rollatoren geschaffen wird. Aber es gibt weiterhin nur einen Hublift für Rollstühle, weil eine EU-Vorschrift die Mitnahme von zwei oder gar noch mehr Rollstühlen verbietet.

Karte wird gestempelt

(c) frauenseiten; Greta Jebens

Viele Parteien sind beteiligt

Als ideal wird auch im Sinne der Bremer SV die Einrichtung ebenerdiger Ein- und Ausstiegsflächen an den Haltestellen angesehen, aber das lässt sich aus vielen Gründen nicht überall durchführen. Zur Barrierefreiheit gehört zum Beispiel auch, dass wegen der älteren Menschen in den Wohnquartieren die Entfernung zu den Haltestellen in erträglichen Maßen bleibt. Solche Entscheidungen hängen aber von unterschiedlichen Gremien ab, und deshalb lassen sich nicht immer alle Wünsche befriedigen. Das wurde auch am Beispiel des sogenannten Schwachverkehrstickets in der Zeit von 9:00 bis 14:00 Uhr deutlich. Ein solches Angebot wäre gerade für die ältere Generation von Interesse. Aber die BSAG darf keine eigenen Ticketangebote machen. Da sprechen unter anderem die Kommunen mit. So verwundert es nicht, wenn von vielen Ideen zum Streckennetz und auch zum Fahrzeugpark eben einige auf der Strecke bleiben, was dann nicht an der BSAG liegt.

Innengang in einer Straßenbahn

(c) frauenseiten; Greta Jebens

Wünsche sollen gehört werden

Erfreulich sind die Bemühungen der BSAG zur Elektromobilität. Bis jetzt sind 3 Elektrobusse eingesetzt und werden auf Herz und Nieren geprüft. Außerdem entwickelt die BSAG auch darüber hinausgehende Modelle für den Einsatz von Elektrofahrzeugen bis hin zum elektromobilen Carsharing.

Beim Rundgang durch die Werkstätten fiel die ruhige und freundliche Atmosphäre auf. Die BSAG bildet auch Lehrlinge aus, wobei darauf geachtet wird, dass je ein Drittel Schüler/innen mit Abitur, mit Realschul- und mit Hauptschulabschluss eingestellt werden.
Wichtig für uns Seniorinnen und Senioren ist die Aufforderung von Christian Meyer, dass wir uns mit Erfahrungen, Wünschen und Vorschlägen jederzeit direkt an die Pressestelle der BSAG wenden. Es steht auch das Angebot, sich beim nächsten Besuch im Straßenbahnmuseum in Sebaldsbrück zu treffen.

Gerd Feller

  2 comments for “Hinter den Kulissen – Seniorenvertretung besucht BSAG

  1. Bettina
    19. November 2017 at 12:16 pm

    Ich bin der Meinung, ermäßigte Seniorentickets/Monatskarten wären ein ganz wichtiger Baustein im Mobilitätsangebot für die ältere Generation. Sie läge auch im Interesse der Geschäftsleute, denn sicherlich würde bei denen jedesmal ein – wenn vielleicht auch geringer – Umsatz gemacht. Ich kenne einige Städtebeispiele, in denen das vorgemacht wird. Wenn denn die BSAG tatsächlich ein solches Angebot alleine nicht machen darf – dann wäre es doch für die Seniorenvertretung eine herausragende Aufgabe, sich mit den Kommunen darüber auszutauschen- schließlich ist sie doch ein Bindeglied zwischen Bürgern und Senat.

  2. Ellen
    19. November 2017 at 4:41 pm

    Und was ist mit der Aktion „Führerschein abgeben“ und dafür eine Zeitlang freie Fahrt für Senioren??? Ist dieses Projekt der Seniorenvertretung nicht angesprochen worden?

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