Bildergeschichten der Reformation

Reformation, Junge Frauen vor kunstvoll geschnitzten Truhen

Blick in die Ausstellung
©Focke-Museum | Martin Luther

Die Reformation zog auch über Bremen hinweg. Die Kirche verbannte die Bilder aus ihrem Raum. Martin Luther hatte ohnehin ein ambivalentes Verhältnis zur Kunst. Die Sinnlichkeit und die Faszination, die von ihr ausgehen, waren ihm fremd. Gleichwohl erkannte er ihre didaktische Kraft.

Von der sakralen Kunst zum Wohlstandssymbol

Da die Bilder in Bremen nun aus den Kirchen verschwanden, waren es die wohlhabenden Bürger, die den Handwerkskünsten zu neuer Blüte verhalfen. So waren hier über mehrere Generationen Bildschnitzer, die sogenannten Snitker tätig. Sie stellten auf beachtlichem künstlerischen Niveau figurenreiche Szenen aus der biblischen Geschichte auf Truhenwänden und Schranktüren dar. Die Besitzer dieser Möbel demonstrierten so ihren Wohlstand und zugleich ihre Orientierung einer christlichen Lebensführung.

Im Focke-Museum ist zu diesem Thema derzeit eine sehr interessante Ausstellung zu sehen. Das Museum besitzt mehr als 50 Truhen aus dieser Zeit. Diese prächtigen Hochzeitstruhen, den Brautleuten von den Eltern übergeben, sind ganz besondere Schätze.

Die sakrale Kunst hielt so Einzug ins Private.

Luther schrieb damals: Bilder helfen Gläubigen zu verstehen, was Schriftliches nicht vermitteln kann.

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