Führerscheinabgabe gegen Freifahrt-Ticket

Innengang in einer Straßenbahn

(c) frauenseiten; Greta Jebens

Die Seniorenvertretung Bremen setzt sich seit geraumer Zeit dafür ein, dass der Umstieg älterer Menschen vom Individualverkehr durch Rückgabe des Führerscheins auf die vielfältigen Mobilitätsangebote der BSAG in Bremen durch ein „Freifahrt-Ticket“ attraktiv gemacht werden sollte.

Die Koalition in der Bürgerschaft will dieses nach einem der Redaktion des DURCHBLICK vorliegenden Antrag jetzt umsetzen. Der Antrag unter der Überschrift „ÖPNV statt Führerschein – ein attraktives Angebot für Seniorinnen und Senioren schaffen“ ist eingebracht und wird September/Oktober auf der Tagesordnung stehen. Nach dem Vorbild von Bremerhaven sollen ältere Verkehrsteilnehmer, die auf ihre Fahrerlaubnis verzichten, für einen begrenzten Zeitraum freie Fahrt im ÖPNV bekommen.

2000 Seniorinnen und Senioren haben das Freifahrt-Ticket genutzt

Freifahrt-Ticket, Straßenbahn

(c) kbu

In Bremerhaven besteht dieses Angebot seit ca. 10 Jahren, es haben dort in dieser Zeit ca. 2.000 ältere Autofahrerinnen und Autofahrer davon Gebrauch gemacht. Wie sich die Übertragung auf Bremen quantitativ auswirkt, darüber kann nur spekuliert werden. Inwieweit sind Rückgeber bereits jetzt Dauerkunden bei der BSAG, inwieweit sind es echte Aussteiger aus dem Individualverkehr, inwieweit gewinnt die BSAG bei einem Rückgeber nach der Freifahrtphase wie viele neue Dauerkunden?

Auch über die Attraktivität einer Begrenzung der Freifahrtphase auf ein halbes Jahr kann diskutiert werden. Es gibt in Deutschland Beispiele mit deutlich längeren, aber auch kürzeren kostenfreien Zeiträumen.

Auf jeden Fall stellt diese Regelung eine sinnvolle und begrüßenswerte Maßnahme dar. Einer kürzlich von finanziell interessierten Stellen in die Diskussion gebrachten generellen Überprüfung der Fahrtüchtigkeit von älteren Menschen ab einem bestimmten Alter, die von der Seniorenvertretung Bremen grundsätzlich abgelehnt wird, kann damit ein positivalternatives Mobilitäts-Signal für Seniorinnen und Senioren entgegen gesetzt werden.

Dr. Dirk Mittermeier

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