Tempo Taschentücher – für jeden ein Begriff

Tempo Taschentücher

(c)barckhausen

Was fällt einem beim Thema „Tempo“ sofort ein? Richtig das Tempo Taschentuch. Das habe ich zum Anlass genommen mal zu recherchieren.

Kaum einer hat sie noch im Gepäck, die Stofftaschentücher. Für die Damenwelt gab, oder gibt es sie noch mit schöner Häkel- oder sogar Klöppelspitze in weiß oder anderen Pastelltönen. Die Herren nahmen oder nehmen sie gerne etwas größer, entweder schneeweiß oder aber auch mal kräftig kariert.

Ich war erstaunt zu lesen, dass schon am 29. Dezember 1929 ein erstes Zeitungsinserat auf Tempo Taschentücher aufmerksam machte. Man pries die Einmalnutzung als wesentlich hygienischer im Vergleich zum Stofftaschentuch.

Im Laufe der Jahre wurden die Tempo Taschentücher mit vielen lustigen Sprüchen beworben. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Drum merkt es Euch für immer, Leute-Tempo muss man haben (1929)
  • Auf Schnupfennächten liegt ein Fluch! Da hilft das Tempo Taschentuch. (1950)
  • Bazillen fahren Straßenbahn, ich schaff mir Tempo Taschentücher an.
Tempo Tacshentücher, Verschiedene Papiertaschentucher-Packungen

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Die Produktidee stammte von Oskar Rosenfelder in den 1920 er Jahren. Die Vereinigten Papierwerke waren damals zu 100 % in den Händen jüdischer Aktionäre. Im August 1933 mussten Oskar Rosenfelder und sein Bruder vor den Nazis aus Deutschland nach England fliehen. Der Unternehmer Gustav Schickedanz kaufte 1934 die Firma, die heute ein schwedisches Unternehmen ist.

Auch an „Tempo“ ging es mit Tempo vorbei, denn heute stammen 60% aller weltweit hergestellten Papiertaschentücher aus anderen Papierwerken, doch der Name „Tempo“ steht in Deutschland immer noch über allem und ist für jeden ein Begriff.

Gertrud von Hacht

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