Moderne Elektronik fragt: „Schlafen Sie gut?“

Zwei Hände halten Smartfone

(c) Pixabay.de

Es ist ja nicht so, dass ich die moderne Elektronik ablehne und nicht nutze. So befindet sich zum Beispiel an meinem linken Handgelenk statt einer herkömmlichen Uhr oder eines Chronometers ein technischer Armreif mit Uhrfunktion.

Dieses Gerät, von Eingeweihten auch „activity tracker“ genannt, besitzt aber weit über die Uhr- und Datumsfunktion hinausgehende Fähigkeiten. Es misst meine aktuelle Pulsfrequenz, zählt meine Schritte (errechnet daraus den aktuellen Kalorienbedarf) und kontrolliert meine Schlafphasen. Es mischt sich per Vibrationsalarm in mein tägliches Leben ein und fordert mich zur Bewegungsaktivität auf, wenn ich beim Lesen der Zeitung gemütlich im Sessel sitze: „Zeit für einen Spaziergang!“

Jede Menge Spaß

moderne Elektronik, Chronometer-Armband an einer Hand

(c) D. Mittermeier

Da dieses Gerät sich auch mit meinem Smartphone verbündet hat, zeigt mir ein wiederholtes Vibrieren am linken Handgelenk auch an, dass gerade ein Anruf auf dem Telefon eingeht oder eine Email angekommen ist. Nützlich erscheint auf jeden Fall der Hinweis auf einen regelmäßigen Wasserkonsum (= 2 Liter pro Tag!). Die Ziele dafür setzt man sich über die Einstellungen selbst. Hatte ich vor ein paar Tagen vergessen, einen Wasserkonsum überhaupt einzugeben, kommentierte das Gerät am nächsten Tag: „Gestern musst Du verdurstet sein!“. So hat man auch jede Menge Spaß mit diesem Spielzeug.

Wichtig war mir, dass meine täglichen erhobenen Körper- und Lebensdaten nicht im Internet erkennbar sind. Alles wird zwar immer wieder auf den neuesten Stand gebracht (= Updates), aber   angeblich   bleiben alle erzielten Werte Privatsache. Vielleicht ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis das Gerät die aktuellen Blutzuckerwerte, den Blutdruck oder den kompletten Gesundheitszustand seines Trägers erfassen kann. Und an der Kenntnis dieser Werte besteht naturgemäß ein reges Interesse.

Zustandsreport per Mail

Mond vor schwarzem Nachthimmel

(c) Katharazzi

Auch das Zusammenleben wird wesentlich durch den Einsatz dieser modernen Technologie beeinflusst. Meine Frau fragt mich routinemäßig morgens danach, wie ich denn geschlafen habe. Das kann ich jedoch neuerdings immer erst nach Auswertung der Nacht auf meinem Smartphone beantworten. „Ich habe heute Nacht 7 Stunden und 3 Minuten im Bett verbracht (bei einem Wochendurchschnitt von 7 Stunden 26 Minuten). Ich bin 1x aufgewacht und war 15x unruhig (= im Bett umgedreht!)…“

Da sie sich die Einzelheiten nicht immer alle anhören will (man erzählt ja auch nicht seine ganze Krankengeschichte mit Zitaten aus dem Arztbericht, wenn man gefragt wird, wie es einem geht), sind wir jetzt dazu übergegangen, dass ich ihr den jeweiligen Nachtreport als E-Mail schicke.

Schlafen Sie gut!

Dr. Dirk Mittermeier

  3 comments for “Moderne Elektronik fragt: „Schlafen Sie gut?“

  1. Freiwillige
    9. Juli 2017 at 6:27 pm

    Wir saßen neulich im Konzert, als das Armband meines Nachbarn sich meldete. Er guckte verstohlen nach und grinste. “ Es ist Zeit mich zu bewegen“, lachte er.
    Das Gerät kennt scheinbar keinen Feierabend!!
    Gruß Ingrid

  2. Irene
    9. Juli 2017 at 6:31 pm

    Mir kommt das Gerät schrecklich vor. Ich weiß auch so, ob ich gut oder schlecht geschlafen habe und ob ich Durst habe oder nicht. Modern Times! Und Sie schicken Ihrer Frau wirklich eine Mail, um ihr mitzuteilen, wie es Ihnen geht?????
    Aber vielleicht sind Sie up-to-date und ich bin total hinterm Mond?

  3. Susanne
    9. Juli 2017 at 6:34 pm

    Zum Joggen ist so ein „activity tracker „super, denn dadurch weiß ich, wie weit ich gelaufen bin und wo genau entlang. Im Urlaub laufen wir mit einer ganzen Gruppe und benutzen das Ding sehr gerne.Es gibt schon so manche spannende, elektronische Spielerei, aber ob man das braucht, ist fraglich?!
    Liebe Grüße Susanne

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