Umgang mit Psychopharmaka in Pflegeheimen

Psychopharmaka in Pflegeheimen, Alte Frau sitzt alleine vor einem Fenster

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Das Ergebnis einer Studie im Rahmen des aktuellen AOK-Pflegereports ist: Mehr als die Hälfte der Bewohner von Pflegeheimen in Deutschland erhalten regelmäßig Psychopharmaka. Sie werden so oft sediert, um „herausforderndes Verhalten“ zu verringern und so die Arbeit der Pflegekräfte zu erleichtern. Fachleute sprechen von einer chemischen Gewalt, die in unseren Einrichtungen tagtäglich stattfindet. Hintergrund ist, dass die Demenzkranken häufig unruhig sind und weglaufen. Weiterer Grund dafür seien die vielen Belästigungen gegenüber Bewohnern, die von den Demenzkranken ausgehen. Rund ein Drittel der Bewohner in den deutschen Einrichtungen sollen laut der Studie demenzkrank sein. Es handelt sich also um ein flächendeckendes Problem. Davon profitieren die Einrichtungen, weil dann Personal eingespart werden kann und höhere Gewinne der Heimträger zu erzielen sind.

Verabreichung von Psychopharmaka als Arbeitserleichterung

Krankenhausflur

Quelle: frauenseiten. © Schütte

Zu ändern ist dieser Skandal nur dann, wenn der Gesetzgeber einen verbindlichen Personalschlüssel nach den Pflegegraden 1 bis 5 in Minuten pro Tag der Betreuung sowie den Anteil der Grundpflege festlegt. Die Bindungen sollten für Heimbetreiber und Pflegekassen gelten, die den Pflegesatz vereinbaren.

Diese medikamentöse Fixierung ist vergleichbar mit Fällen, in denen Heimbewohner etwa mit Gittern oder Haltegurten am Bett oder Rollstuhl fixiert werden. Zu fragen ist auch,
wieso behandelnde Hausärzte, die die Bewohner im Heim betreuen, so häufig zum Beispiel die Verschreibung vom Neuroleptikum Risperidon vornehmen. Überwiegend müssen es Gefälligkeiten der Ärzte sein. Dabei ist zu fragen, wieso der Medizinische Dienst der Krankenkassen nicht einschreitet, denn diese „unabhängige“ Institution beurteilt Pflege und Betreuung im jeweiligen Pflegeheim.

Psychopharmaka in Pflegeheimen zur Gewinnerzielung

Demenzpatienten Die Buchstaben " Demenz " in einer Hand

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Es ist klar, ein verbindlicher Personalschlüssel der Zukunft verhindert allein nicht die Ruhigstellung mit Pillen. Es ist erforderlich, qualifizierte Altenpflegerinnen/Altenpfleger mit einer dreijährigen Ausbildung nicht mehr für die Durchführung der Grundpflege anzustellen. Sie sollten als Anleitungs- und Prüfpersonen für ausführende Hilfskräfte eingesetzt werden.

Hilfskräfte können ungelernte Personen sein, die eine dreimonatige Kurzausbildung (Förderung der Arbeitsverwaltung) erfahren und die knapp die Hälfte der Personalkosten einer qualifizierten Kraft, also rund 26.000 Euro jährlich, verursachen.

Die zu beaufsichtigenden Aufgaben einer Hilfskraft sollten sein:
Körperliche Grundversorgung am Bewohner, Wäsche einräumen, Aufräumen des Zimmers und Hotel- und Serviceleistungen, die als Personalbedarf wegen der Erstattung der Bewohner gesondert ausgewiesen werden.
Der/Die qualifizierte Mitarbeiter/in hätte demnach die Aufsicht der Grundversorgung und der Behandlungs- und Aktivierungspflegemaßnahmen durchzuführen, Gespräche mit den Angehörigen zu führen sowie Probleminterventionen stattfinden zu lassen.

Bei Ungereimtheiten sollten Krankenkassen eingeschaltet werden

Offene Sprechstunde für pflegende Angehörige , Pflegeberufe, Mann mit Gehilfe wird gestützt

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Als Beispiel einer Einrichtung für 31 Bewohner (Pflegegrad 1 = 6%, Pflegegrad 2 = 49%, Pflegegrad 3 = 32% und Pflegegrad 4 = 13%) ergeben sich nach den durchschnittlich im Bundesgebiet praktizierten Pflegeminuten rund 16 Vollzeitstellen ausschließlich eines Nachtdienstes. Nach dem Vorschlag der Aufgabendifferenzierungen sollten 10 Stellen für qualifizierte Kräfte und 6 Vollzeitstellen für Helfer ausreichend sein. Die „chemische Gewalt“ durch Psychopharmaka in Pflegeheimen in der augenblicklichen Situation könnte erheblich eingeschränkt werden. Auch in Ergänzung einer gesetzlichen Auflage, eine personenbezogene Statistik bei durchgeführter Sedierung von der Einrichtung zu erstellen, die den Pflegesatzparteien in den Verhandlungen vorliegen sollte. Bei Ungereimtheiten der Nachweise sollte die Kassenärztliche Vereinigung von der federführenden Krankenkasse eingeschaltet werden.

Günter Steffen

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