Freifahrt bei der BSAG statt Führerschein

Freifahrt für Senioren, Frau sitzt auf Rollator

(c)frauenseiten, Sahiner

Senioren, die freiwillig auf die Fahrerlaubnis verzichten, erhalten in einigen Städten Deutschlands für eine gewisse Zeit Freifahrt für den öffentlichen Nahverkehr.

Die Erhaltung der Mobilität ist eine wichtige Voraussetzung für ein erfülltes Leben im Alter. Senioren sind meist seit vielen Jahren auch per Auto unterwegs. In der Unfallstatistik wird die Altersgruppe 65plus nur in geringem Maße als Unfallverursacher auffällig. Ein freiwilliger Verzicht auf die Teilnahme am Individualverkehr muss deshalb angemessen belohnt werden.

Zeitrahmen ist strittig

Verkehrssicherheit, Alte Dame steigt mit Rollator in eine Straßenbahn

(c) Devrim Sahiner, frauenseiten.bremen

Die Bremer SPD überlegt, den freiwilligen Verzicht auf die Fahrerlaubnis bei Senioren mit zeitlich limitierten Freifahrten bei der BSAG zu honorieren. Auf diese Idee ist man auch andernorts schon gekommen. Allerdings soll nach den Vorstellungen der SPD die zeitliche Begrenzung der Freifahrten für den Bereich Bremens bei 6 Monaten liegen.

Die Seniorenvertretung Bremen begrüßt ein solches Angebot grundsätzlich. Sie tritt sich aber dafür ein, dass die zeitliche Begrenzung sich dann aber an anderen erfolgreichen Beispielen in Deutschland orientiert. In Stuttgart betrifft der Zeitrahmen für unbeschränkte Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs zum Beispiel 3 Jahre.

Senioren als sichere Kundschaft

Dr. Dirk Mittermeier von der Seniorenvertretung Bremen: „Das kostet Geld, keine Frage! Allerdings wird jede Seniorin und jeder Senior nach Ablauf der Freifahrt-Zeit (zum Beispiel nach drei Jahren) mit Sicherheit ein auf absehbare Zeit zahlender Kunde der BSAG und damit eine sichere Einnahmequelle.“ Ein Seniorentarif für eine Dauerkarte wäre eine weitere Maßnahme, in dieser Altersgruppe den Individualverkehr in unserer Stadt zu reduzieren.

(PM der Seniorenvertretung Bremen, April 2017)

  2 comments for “Freifahrt bei der BSAG statt Führerschein

  1. Brigitte Breyling
    20. Juli 2017 at 1:50 pm

    Da platzt mir doch der Kragen! Autostadt Bremen soll ihre Autofahrer weiter pampern. Ich bin Fahrradfahrerin – kriege ich auch einen Freifahrtschein für die BSAG, wenn ich nicht mehr Radfahren kann? Und all jene, die immer schon fürs Fahren mit ÖPNV bezahlt haben gehen selbstverständlich auch leer aus.
    Während diejenigen, die jahrelang unsere Luft verpestet und die Stadt verstopft haben, dafür belohnt werden sollen, dass sie damit aufhören? Machen wir es doch anders: Verpflichtende Fahrtauglichkeitstest!

    • Eine passionierte Radfahrerin
      23. Juli 2017 at 9:30 am

      Also, Brigitte, nun seien Sie mal nicht so streng. Ich habe auch schon ewig kein Auto, finde die Aktion aber trotzdem gut. Jede Werbung für den öffentlichen Personennahverkehr (wie es so schön heißt) ist doch o.k.

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