Lankenauer Höft – Investor springt ab

Kaffeetasse mit Zuckerstreuer

(c) Elfie Siegel

Immer wieder das gleiche Muster: Zuerst etwas plattmachen, dann dieses Investorschielen, Abspringen, nun „Vor-sich-hinrotten!!!

Warum immer dieser Wahnsinn?

Da lief etwas über Jahrzehnte gut, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hatten feste Arbeitsplätze, die Qualität der Speisen war super, es strömte aus allen Richtungen dorthin. Warum? Ja, auch die ganz gewöhnlichen Bürger lieben ein gut geführtes Lokal mit Aussicht auf’s Wasser. Die Fähre bringt Menschen von der anderen Weserseite, ein Bus in Abständen ebenfalls. War da nicht an der Waterfront auch mal so ein Superprojekt? Hielt sich nicht lange!

Ruderer auf der Weser vor der Überseestadt

(c)privat / KBU

Ich gebe zu, das Lankenauer Höft kam in die Jahre und eine Renovierung stand an. Das hätte sich sicher machen lassen. Aber diese Superpläne! Anziehungspunkte der ganz besonderen Art, für Betuchte, und wo bleibt Otto Normal verbraucher? Wo hat der denn noch ein Plätzchen zum Einkehren mit Sicht aufs Wasser? An der Schlachte tummelt sich alles, was gute Beine hat. Ich denke an die vielen Seniorinnen und Senioren, die von ihren Kindern zum Lankenauer Höft gefahren wurden, weil sie eben nicht mehr lange Strecken gehen können, weil da Parkplätze vor der Tür vorhanden waren, man auch bei jedem Wetter seine persönlichen Feiern im größeren Kreise in Extra- Räumen abhalten konnte.

Im Lankenauer Höft war was los

Ja, auch unsere verschiedenen Besuche fuhren wir dorthin, immer ein schöner Ausblick auf’s Wasser. Man konnte ein wenig mit Bremen angeben, auch mit den schmackhaften regionalen Gerichten. Was war da immer im Sommer los? Man stand an, bis ein Plätzchen frei wurde. Ein Wirt in den besten Jahren mit tollem Fachpersonal war nicht mehr gut genug? Neues, kaum Bezahlbares und nur für Betuchte sollte her.

Es ist bereits genug für betuchte Leute zugebaut

Ich sollte den Investor loben, der jetzt absprang, vielleicht hat der wenigstens erkannt, wir müssen runter vom hohen Roß, zu normalem Maß kommen, auch zu normalem Einkehrgenuß, sonst sind zu Viele ausgeschlossen. Das kann nicht gut gehen. Auch wir Senioren haben das Recht, ab und zu in ein Lokal zu kommen, wohin unsere Kinder oder Bekannte uns fahren können.

Blühende Wiese mit Treppe im Hintergrund

(c) G. v. Hacht

Ich habe mich gleich nach Bekanntwerden dieser Fehlplanung umgesehen und lobe da Bremen-Vegesack, da haben die Bürger verhindert, daß an der Weser zugebaut wird – für Betuchte natürlich. Dort gibt es zum Beispiel die „Strandlust“ mit Parkplätzen und herrlichem Blick auf die Weser, Einkehr bezahlbar, dann auch noch für die Bürger lange Strecken begehbar, immer am Wasser entlang, frei für Spaziergänge an frischer Luft mit Kind und Kegel, auch für Menschen in Rollstühlen und mit Rollatoren. In diesem Stadtteil hat man den Bürgern zugehört. Die bleiben nämlich, während die Investoren mal schnell hin- und herflattern. Wer zu gierig rechnet, kann sich auch schnell verrechnen.

Bremen, wache auf!

Elisabeth Kriechel

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