Sport heute, gestern und vorgestern

Frau an Trainingsgerät

(c) Willhöft

Die Kurzentschlossenen geben schnell auf

In den Januar-Ausgaben der Frauenzeitschriften finden wir wieder Diät-Rezepte und Empfehlungen für sportliche Aktivitäten. Und Viele melden sich jetzt an: zur Gymnastik, zu Tanzkursen, zum Yoga oder zum Lauf-Training. Anfang Januar ist es überall voll. Sehr lästig ist das, aber nicht lange. Spätestens Ende Februar haben die Kurzentschlossenen aufgegeben. Die Dauer-Sportler sind dann wieder unter sich. Sie üben, trainieren, freuen sich an der Bewegung, messen ihre Zeiten. Dann und wann pflegen sie einen kleinen Muskelkater. Sie wissen: Bewegung macht fit und schenkt gute Laune.

Skilaufen ohne Schnee

Mädchenklasse bei der Gymnastik

(c)Bundesarchiv, Bild 183-37247-0001 / Richter / CC-BY-SA 3.0 [CC BY-SA 3.0 de], via Wikimedia Commons

In meiner Kindheit war ich im Turnverein: Wir sind über das Pferd gesprungen, haben am Barren grazile Übungen gemacht. Der Aufschwung an den Ringen war für mich am schwersten. Und wir sind Rollschuh gelaufen, natürlich auf der Straße. – Der Sport-Boom, insbesondere das Joggen, war vor Jahrzehnten von den USA zu uns „rübergeschwappt“. Ich kann mich noch gut an meine Verwunderung erinnern als ich die ersten Jogger mit Stöcken sah. Es war für mich wie Skilaufen auf dem Trockenen. Und es gab auch noch die Phase mit den Hula-Hupp-Reifen. In dieser Disziplin war ich eher eine Versagerin.

Max Liebermann malte die „ersten Sportler“

Vor mehr als einhundert Jahren war Sport eher etwas für die Oberschicht, allenfalls für das gehobene Bürgertum. Kaiser Wilhelm II. war begeistert. Die Engländer waren damals die Vorbilder. Max Liebermann war der erste deutsche Maler, der den Sport in seinen Gemälden thematisierte. In der Kunsthalle Bremen wurden seine Bilder gezeigt: Junge Schwimmer sich abtrocknend am Meeresstrand. Tennisspielerinnen im langen Rock, das Füßchen kokett auswärts gestellt. Polo-Spieler vornüber gebeugt auf braunen Pferden.

Sie dachten nicht an Sport

Zu Kaisers Zeiten waren sportliche Aktivitäten mehr etwas für die Müßiggänger. Seinerzeit schrieben Kontorangestellte oft an Stehpulten mindestens zehn Stunden an sechs Tagen in der Woche. Und Arbeiter schufteten bis an den Rand ihrer körperlichen Kräfte. Beide Berufsgruppen dachten eher an das heimatliche Sofa (wenn sie eins hatten) als an Sport. Auch die Hausfrauen arbeiteten schwer: Herdfeuer anzünden, jeden Tag kochen, Wäsche mit der Hand rubbeln….

Elfie Siegel

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