Tibertanz – Eine italienische Reise nach Goethes Worten

Wenn Sie Italien lieben und vielleicht noch Goethes „Italienische Reise“ gelesen haben, dann ist der „Tibertanz“ das richtige Buch für Sie. Denn seine Verfasserin Eleonore Born ist 222 Jahre später Goethes Reiseroute gefolgt. Hin und wieder hat sie sogar noch Spuren ihres Reise-Vorbildes gefunden. Immer wieder vergleicht sie mittels ihrer schönen Sprache ihre Erlebnisse mit Goethes Beschreibungen.

20 Kilometer in fünf Stunden

Hauseingang mit Gedenktafel

(c) M. Born

Goethe klagte über die „entsetzliche Schnelle“ seiner Kutschenreise: 20 Kilometer in fünf Stunden. Unsere Verfasserin dürfte etwas schneller voran gekommen sein. Beide haben in Karlsbad ihre Reise begonnen, kamen über den Brenner in das Land ihrer Träume und verweilten in vielen Städten und Plätzen auf ihrem Weg über Venedig, Florenz, Rom und schließlich Sizilien.

Die Menge des Kehrichts

Venedig, Knal und Gondel

(c) M. Born

In Venedig hatte Goethe die Oper besucht und im Theater ein Goldoni-Stück gesehen. Heutzutage hat eine Premierenkarte für Verdis „Othello“ den absurden Preis von 645 Euro. Und überhaupt erlebt Eleonore Born Venedig ziemlich ernüchtert. Der Massenandrang macht ihr diese Stadt zur Strapaze. Goethe hatte sich weniger über Menschenmengen als mehr über die Menge des Kehrichts echauffiert.

 

Volfgango war natürlich auch in Rom

Tibertanz Frau sitzt neben Männerstandbild

(c) M. Born

Heutzutage und vor über 200 Jahren kann man die Porta del Popolo, die alte Stadtmauer-Öffnung, benutzen. In der Via del Corso gibt es das Museum Casa di Goethe. Eine Tafel erinnert an den „grande ospite“ (großen Besucher) Volfgango Goethe, an seinen Rom-Aufenthalt in den Jahren 1786 und 1788. Eleonore Born findet dort auch das Fenster an dem Goethe Modell stand für Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. In Rom gibt es nur eine Kopie von Goethes Blick aus dem Fenster, das Original hängt in Frankfurt a. Main.

Schwarze Lawawände säumen die Straßen

Antikes Amphitheater

(c) E. Born

Nach einem Abstecher in Pompeji segelte Goethe über das Tyrrhenische Meer nach Sizilien. Eleonore Born übernachtete im Bauch einer Autofähre. In Catania waren und sind beide beeindruckt von der erstarrten Lava. „Wir fuhren die Straßen hinaufwärts, wo die Lava, welche 1669 einen großen Teil dieser Stadt zerstörte, noch bis auf unsere Tage sichtbar blieb. Der starre Feuerstrom ward bearbeitet wie ein anderer Fels, selbst auf ihm waren Straßen vorgezeichnet und teilweise gebaut.“ Das schrieb seinerzeit Goethe. „Am Straßenrand treten meterhohe Lawawände an unseren Fahrweg heran….“ Da scheint Eleonore Born nach 222 Jahren das Gleiche gesehen zu haben. Darüber hinaus kann sie sogar noch im Abenddunkel eine orange Glut eines Lavastroms beobachten. Dieses Schauspiel bietet der Ätna nur dreimal im Jahr.

Nach einer Rundreise auf Sizilien war und ist für beide Messina die letzte Station.

Die Autorin liest aus ihrem Buch auf der Leipziger Buchmesse am Samstagnachmittag, 25. März 2017, Galeriecafé in Leipzig, Herrmann-Meyer-Str. 38.

Eleonore Born: Tibertanz, Italienische Reise nach Goethes Worten, Gedankenreise aus Reisegedanken, Wiesenburg Verlag, Schweinfurt 2016, 363 Seiten, 16,80 Euro

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Elfie Siegel

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