Wie das Leben so spielt – plötzlich pflegen

Playmobil-Figur mit Gipsbein

(c) barckhausen

Manchmal ist von einer Minute auf die andere nichts mehr so wie vorher. Es sollte ein schöner Urlaubstag werden, aber dann ging morgens früh das Telefon. Meine Mutter war gestürzt und hatte schlimme Schmerzen.

Ich fuhr also sofort zu ihr

Sie stand mit schmerzverzerrtem Gesicht vor mir. Wir mussten sofort zum Arzt. Das zog sich den halben Tag hin. Es ging vom Ultraschall zum Röntgen und von dort weiter zum CT. Die Diagnose: fünf Rippen waren gebrochen und das mit dreiundachtzig Jahren. Also: sie muss mit zu uns. Zum Glück haben wir ein Gästezimmer, was sie beziehen kann.

Liegen geht schlecht, und sie verbringt die ersten Nächte im Sitzen auf dem Sessel. Immer wieder höre ich sie nachts stöhnen und bin – zack – raus aus dem Bett. Helfen kann, man da wenig und kommt sich ziemlich hilflos vor. Außerdem fragt man sich immerzu, ob nicht das Krankenhaus der richtigere Ort für sie wäre. Manchmal bin ich kurz davor zum Hörer zu greifen.

Zwei Hände halten eine andere Hand

frauenseiten. © robers

So vergehen ein paar Tage, aber dann scheint es langsam, sehr langsam aufwärts zu gehen. Die Schmerztabletten tun ihre Wirkung. Jeder hat einen guten Ratschlag für uns und ein paar davon will man gerne berücksichtigen. Das Schlimmste scheint überstanden, dann kommt wieder ein Rückfall und die Nächte verlaufen unterschiedlich gut oder schlecht.

Wie man so sagt: Eine Mutter kann fünf Kinder ernähren, aber fünf Kinder  nicht eine Mutter.

Das gibt einem zu denken und lässt einen weiter machen. Nun kann ich verstehen wie es pflegenden Angehörigen geht, und dabei sind wir sicherlich noch ein harmloser Fall!

Gertrud von Hacht

  1 comment for “Wie das Leben so spielt – plötzlich pflegen

  1. Gisela E. Walther
    29. November 2016 at 2:26 pm

    Ja, ja, der Satz: „eine Mutter kann fünf Kinder….“stimmt schon. Dennoch hinkt der Verglei ch. Wenn ein Elternteil im hohen Alter fällt oder so krank wird, dann sind eben auch die „Kinder“ alt und haben die Kraft oft nicht mehr.
    Gisela

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