Mein PC Nr.3 – Ubuntu und Mint

Frau am Computer

(c) Seniorenlotse, Barckhausen

„Ubuntu“ – der Name klingt für mich sehr afrikanisch. Und richtig: Ubuntu bedeutet auf Zulu etwa „Menschlichkeit“ und bezeichnet eine afrikanische Philosophie. Die Entwickler verfolgen mit dem System das Ziel, ein einfach zu installierendes und leicht zu bedienendes Betriebssystem mit aufeinander abgestimmter Software zu schaffen. Das Projekt wird vom Software-Hersteller Canonical gesponsert, der vom südafrikanischen Unternehmer Mark Shuttleworth gegründet wurde.

Für Anfänger konzipiert

„Ubuntu ist einfach genial“, berichtete mir ein befreundeter Kollege voller Begeisterung. Er benutzt dieses Linux-Betriebssystem bereits seit über zehn Jahren. Das wollte ich mir persönlich anschauen. Ich bestellte mir im Internet-Versandhandel für wenige Euro eine Installations-DVD! Ubuntu 16.04 LTS (Long Time Support; vom April 2016) ist an sich kostenlos, muss aber nach dem Herunterladen auf einen Stick oder eine DVD gebrannt und dann installiert werden. Für mich als Anfänger zu kompliziert.

Die DVD bot mir die Möglichkeit, das Programm zunächst ohne Installation in den Arbeitsspeicher des PCs zu laden. Mein Kollege hatte mir tatsächlich nicht zu viel versprochen! Dann lud ich es in einen virtuellen Computer (davon in einer weiteren Folge mehr). Die Einrichtung dauerte rund 30 Minuten und war vollkommen problemlos – viel einfacher, als bei einem bekannten kommerziellen Betriebssystem.

Locky Bildschirm mit Datenflut

(c) Robers

Ubuntu ist nicht anfällig für Viren

Als Ergebnis der Installation erhielt ich für einen Preis von unter 10 € ein Betriebssystem, das bereits hochwertige Software enthält. Zum Beispiel die bereits vorgestellten Programme LibreOffice (Officepaket), Firefox (Browser) und Thunderbird (E-Mail). Weitere Software lässt sich über das Ubuntu-Softwarecenter installieren. Es ist also möglich, sofort mit der Arbeit zu beginnen.

Meine bisherigen Erfahrungen mit dem freien System sind überwiegend positiv. Es läuft relativ stabil. Einmal habe ich allerdings auch einen Crash erlebt. Eine Neuinstallation läuft schnell und einfach ab. Die persönlichen Daten und Programmeinstellungen hatte ich aber zum Glück gesichert. Da es bei Linuxsystemen kaum Viren gibt, kann man sich lästiges Scannen ersparen. Empfohlen wird jedoch von Fachleuten, die automatisch angebotenen Updates zu installieren.

Nicht alle Programme sind für Linux erhältlich

Es liegt also nahe, Ubuntu zunächst auf einem Zweitrechner für gängige Aufgaben zu nutzen. Zum Beispiel für das Surfen im Internet, Verfassen von E-Mails, Terminverwaltung oder die Textverarbeitung. Dann ist Ubuntu eine wahre Freude und sehr zu empfehlen. Es erscheint mir persönlich für die oben genannten Aufgaben übersichtlicher und unkomplizierter als entsprechende kommerzielle Betriebssysteme zu sein. Und so arbeite ich gern mit meinem Ubuntu-Rechner vor allem auch dann, wenn ich Texte für den Seniorenlotsen bearbeite.

Locky Gesicht mit Datensträngen

(c) pixabay.de

Bevor Sie sich für eine Nutzung entscheiden, ist aber eine Prüfung zu empfehlen, ob angeschlossene Hardware-Komponenten (z.B. Drucker) mit Linuxsystemen zusammenarbeiten. So fand ich zum Beispiel auf der Verpackung meiner Maus einen Pinguin – das ist das Maskottchen von Linux – und wusste, dass sie für Ubuntu geeignet ist.

Wikipedia berichtet: „Ubuntu konnte seit dem Erscheinen der ersten Version im Oktober 2004 seine Bekanntheit stetig steigern und ist inzwischen eine der meistgenutzten Linux-Systeme. Die Nutzerzahl wird auf etwa 25 Millionen geschätzt. Neue Ubuntu-Versionen erscheinen jedes halbe Jahr im April (04er-Versionen) und im Oktober (10er-Versionen). Die derzeit aktuelle Version ist 16.04 alias Xenial Xerus.

Mehr Infos:

Mint

Das ebenfalls beliebte und freie Linux-Betriebssystem Mint beruht zum Teil auf Ubuntu. Es erscheint mir im Design etwas moderner zu sein – aber das ist natürlich Geschmackssache. Auch Mint gibt es mit verschiedenen Oberflächen (Desktops), zum Beispiel Cinnamon und MATE. Linux Mint wurde im Jahr 2006 aus Ubuntu abgezweigt, um beliebte und frei verfügbare Software besser in eine Distribution zu integrieren.

Mehr Infos:

In einer weiteren Folge möchte ich dann darüber berichten, wie man Ubuntu nach den persönlichen Bedürfnissen und dem eigenen Geschmack einstellen kann.

Heiner Brünjes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.