Bericht von der 4. Delegiertenversammlung

Delegiertenversammlung Menschen in einem Saal

(c) Caroline Süß

Am 18.10.2016 veranstaltete die Seniorenvertretung in der Stadtgemeinde Bremen im Haus des Reichs ihre 4. Delegiertenversammlung in der 12. Legislaturperiode. Außer 62 Delegierten nahmen auch die Sozialsenatorin Anja Stahmann, die Leiterin des Referats „Ältere Menschen“, Sabine Nowack, und ihr Kollege Michael Siemer teil. Die Senatorin begrüßte die Anwesenden, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit zwischen ihrer Behörde und der Bremer Seniorenvertretung und erläuterte
ausführlich die seniorenpolitischen Schwerpunktthemen, die augenblicklich insbesondere das Referat Ältere Menschen beschäftigen.

  1. Da 2030 die Zahl der Pflegebedürftigen im Land Bremen um rund 30.000 Menschen zunehmen wird, ist damit zu rechnen, dass die Einrichtungen der Altenpflege und der Behindertenhilfe zunehmend Schwierigkeiten bekommen, ausreichend geeignetes Pflegepersonal zu gewinnen. Auch der Mangel an hochqualifizierten
    Pflegekräften in den Krankenhäusern wird zunehmen. Vor diesem Hintergrund hat sich ein gutes Dutzend Partner zur Bremer Pflegeinitiative gegen den Fachkräftemangel zusammengeschlossen. Aus der Pflegeinitiative haben sich vier Arbeitsgruppen zu verschiedenen Themenschwerpunkten gebildet: Rahmenbedingungen und Finanzierung, Nachwuchssicherung, Entwicklung & Bildung sowie Werbung.

    Rotes Logo mit weißer Schrift und Bremer Schlüssel

    (c) Senioren-Vertretung Bremen

  2. Bremen unterstützt die Einführung der generalisierten Pflegeausbildung. Künftig soll also für alle Pflegekräfte eine einheitliche Ausbildung mit übergreifenden Qualifikationen für den Einsatz in Heimen, in Krankenhäusern und auch in Ambulanzen eingerichtet werden. Die Initiative will sich auch für bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne einsetzen. Dazu wurde im Oktober 2014 die Bremer Erklärung zu fairen Beschäftigungsbedingungen verabschiedet. Der Bedarf an Ausbildungsplätzen in Bremen liegt bei 300. Im Augenblick werden 250 angeboten und aufgrund der Werbung für den Pflegeberuf auch genutzt. Es besteht die Hoffnung, die Zahl weiter erhöhen zu können.
  3. Es wird daran gearbeitet, die Angebote für ältere Menschen in den bremischen Stadtteilen zu erweitern und zu verbessern. Dabei geht es auch um eine gute Erreichbarkeit und Barrierefreiheit. Die Mitarbeit der Seniorenvertretung ist erwünscht. Sie könnte zum Beispiel durch Umfragen erkunden, wie sich die Seniorinnen/Senioren die Gestaltung ihres Stadtteils vorstellen. In der nachfolgenden Diskussion wurde als besonderes Problem die oft noch fehlende Barrierefreiheit von Arztpraxen angesprochen. Die Senatorin empfahl eine noch engere Zusammenarbeit zwischen der Seniorenvertretung, den Ortsbeiräten und den Bewohnerbeiräten.
  4. Die Senatorin bedankte sich mit Hinweis auf die türkischen Seiten im Durchblick und auf andere fremdsprachliche Materialien für die Unterstützung, die von der Bremer Seniorenvertretung bei der Integration älterer Migrantinnen/Migranten geleistet wird. Ebenso begrüßte sie den Einsatz der SV für den kultursensiblen Ausbau des Heimwesens. Hier müsse auch von anderer Seite noch viel mehr getan werden.

Im Anschluss an die Ausführungen der Sozialsenatorin wurden etliche Fragen aus dem Plenum gestellt und von ihr mehr oder weniger ausführlich beantwortet.

Berichte aus den Arbeitskreisen schlossen sich an. Der Vorsitzende, Dr. Andreas Weichelt, informierte die Delegierten über die demnächst anstehenden Arbeiten, unzer anderem zur Aktualisierung des Statuts der Bremer Seniorenvertretung sowie zum Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit.

Gert Feller

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