„Bremen hat keinen Speck auf den Knochen“

Skulptur der Stadtmusikanten

(c) hhs

Bürgermeister Carsten Sieling hat vor einigen Wochen ein wahres Wort ausgesprochen. Bremen an sich gehört keineswegs zu den ärmsten Städten. Die fetten Speckgürtel nützen aber dem Stadtsäckel nicht viel. In der Haut unserer zurzeit Verantwortlichen möchte auch keiner so gerne stecken. Es gilt, schnell Einiges in bessere Bahnen zu leiten.

Wie war das doch dereinst mit den Bremer Stadtmusikanten? Sie machten sich auf den Weg mit der Losung: „Etwas besseres als den Tod finden wir allemal“. Hier in Bremen dann blieben sie. Wie, wenn sie nun aufgeschreckt beschließen, sich erneut auf den Weg zu machen? Sie bekommen ja Einiges mit, sind immerhin meistfotografiert.

Sie zu berühren, soll Glück bringen. Touristen locken sie auf jeden Fall an. In Bremen gewesen zu sein und dann nicht den Stadtmusikanten die Aufwartung gemacht zu haben, ist zwar möglich, aber sinnlos.

Mit Rucksack und Bollerwagen

Rucksack mit Trinkflasche

(c) barckhausen

Ja, Bremen zieht viele Besucher an. Auch Familien, deren Taschen nicht so gefüllt sind. Da ist zwar eine Einkehr für den großen Hunger geplant, aber so dazwischen hapert es. Wo kann man mal eben wie früher am Kiosk für die quirligen Kleinen ein altbewährtes Malzbier kaufen? Das stillt nicht nur den Durst, nährt auch. So viel ist da im Angebot, was man nicht wirklich braucht. Auch haben sich Ketten etabliert, die man inzwischen in fast jeder Stadt antrifft. Shoppen ist ja nicht alles. Bremen könnte mehr aus seiner Flaniermeile machen. Unsere schöne Stadt bietet viel zum Erleben. Das ruft dann nach Pause und kleinen, bezahlbaren Eß- oder Trinkeinlagen.

Alles im Rucksack mitbringen? Das ist ein Ausweg. Wie aber, wenn die Besucher gleich mit Bollerwagen anreisen und ähnlich wie bei den Kohl- und Pinkeltouren dabei haben, was für den Tagesausflug nötig ist? Immerhin gibt es viele viele Menschen mit kaum Speck auf den Knochen.

Das flüsterten mir neulich die Bremer Stadtmusikanten, sie bekommen alles mit.

Elisabeth Kriechel

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