„Das Schreiben ist meine Leidenschaft“

Auf der facebook-Seite der Freiwilligen Agentur Bremen erschien vor Kurzem ein Bericht über unsere Autorin Gundula und ihr Engagement für den Seniorenlotsen, den wir gerne hier noch einmal für unsere Leserinnen und Leser abdrucken:

Hand auf Tastatur

(c) v. Hacht

Gundula Müller engagiert sich im Senioren-Onlineportal Seniorenlotse. Mit Heiner Brünjes hat sie über ihr Engagement gesprochen.

Gundula Müller hat schon von Schulbeginn an gern gelesen. Als Jugendliche bekam sie zu ihrem Geburtstag Briefpapier geschenkt. Niemand ahnte damals, welche Folgen das haben würde: Die Leidenschaft für das Schreiben, das Mitteilen von Gedanken sowie das Interesse an fremden Menschen waren geweckt. Gundula Müller: „Von den Lehrerinnen und Lehrern, Verwandten in den Vereinigten Staaten und Freunden im In- und Ausland erhielt ich Adressen und begann eine umfangreiche, weltweite Korrespondenz. Einer der spannendsten Augenblicke am Tag war und ist noch heute der Blick in den Briefkasten, ob Post darin ist!

Ich schreibe Geschichten auf, die ich selbst erlebt habe und benutze anstelle des PCs immer noch gerne Feder und Tinte oder auch mal die mechanische Schreibmaschine. Handgeschriebene Briefe können echte Kunstwerke sein, die ich sammle und archiviere. Meine Berufslaufbahn wurde durch mein Steckenpferd beeinflusst: Nach dem Sprachstudium und Auslandsaufenthalten arbeitete ich als Fremdsprachenkorrespondentin und Sekretärin. Auch als Rentnerin lässt mich meine Leidenschaft nicht los.

Frau am Computer

Eine Seniorin bei der Arbeit in der Redaktion (c) Seniorenlotse, Barckhausen

‚Menschen dürfen alt werden, ohne produktiv zu sein.‘

Weil mir das Thema ‚Leben im Alter‘ wichtig ist, besuchte ich vor etwa drei Jahren die Senioren-Talkshow von Jens Schmidtmann, um dort über meinen Aupair-Aufenthalt in London zu sprechen und einige meiner Geschichten vorzustellen. Bei der Gelegenheit traf ich Bettina Stiller vom Internetportal ‚Seniorenlotse‘, die mich zum Mitmachen als freiwillige Redakteurin motivierte. Ich war dabei!

Die Aufgabe machte mir von Anfang an viel Freude. Ich schreibe unter dem Namen Sophie Mory und veröffentliche humorvolle, traurige und sozialkritische Geschichten. Beispielsweise habe ich über meinen Kleingarten berichtet, über die Sinnhaftigkeit einer Geburtstagsfeier nachgedacht oder die Einsamkeit an Weihnachten bei vielen älteren Menschen thematisiert. Die Themen für unsere Texte entscheiden wir individuell, legen aber auch oft gemeinsame Themen in einer offenen Redaktionskon-ferenz fest. Zurzeit sind wir eine Gruppe von zehn Engagierten.

Beim Seniorenlotsen kann ich Dinge, die mir wichtig sind, also das Schreiben wie auch das Engagement für ältere Menschen, gut miteinander kombinieren und damit vielleicht noch etwas bewegen. Denn Seniorinnen und Senioren brauchen eine Lobby. Ich treffe Gleichgesinnte, nette Leute, mit denen ich mich austausche. Es können auch ruhig noch ein paar mehr werden, die mit uns schreiben und ihre Ideen einbringen.“

Hand an Laptop

(c) frauenseiten, Robers

Im Land Bremen können Menschen über 55 ihre eigenen Belange im Internet vertreten und lernen ganz nebenbei den Umgang mit Internet und Computer.

Der „Seniorenlotse“ ist ein Internetportal und Online-Magazin, auf dem sich Menschen über 55 informieren und austauschen können. Er bietet ihnen eine Plattform für tagesaktuelle Diskussionen und gibt Senioren im Land Bremen eine öffentliche Stimme. Die freiwilligen Autorinnen und Autoren diskutieren gemeinsam die Themen für die Seite, und können ihre Texte selber ins Netz stellen. So werden sie durch die Mitarbeit beim Seniorenlotsen gleichzeitig im Umgang mit dem Internet geschult.

In der Freiwilligen-Redaktion gibt es vielfältige Möglichkeiten der Mitarbeit, wer möchte, kann sich an der Redaktionsarbeit beteiligen, Bildmaterial erstellen oder die Arbeit im Büro unterstützen. Ganz nach Wunsch kann unterschiedlich viel Zeit investiert werden.

Heiner Brünjes

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