Altersgeborgenheit

Mit ihrem Gedicht drückt Elisabeth Kriechel eindrucksvoll die Sorgen und Ängste vieler – nicht nur der alten – Menschen aus, was sie zum Ende ihres Lebens erwarten könnte.

Gemälde mit St. Agnes bei einem Kranken (Ausschnitt)

(c) von Bohemian Master of the year 1482 [Public domain], via Wikimedia Commons

Altersgeborgenheit

Geht es nicht mehr allein,
möchte wohl jeder geborgen sein.
Wie aber und wo?
Noch eine Zeit bescheiden und froh.

Die Kinder leben verstreut,
haben eigene Sorgen genug heut‘.
Eine kleine Oase muss her,
Alles Bisherige wird zu schwer.

Wohl dem, der dann gefunden,
den Ort, wo er kann abrunden,
ein Leben mit Höhen und Tiefen,
geraden Wegen, auch schiefen.

Besonders diese letzte Lebenszeit,
hält noch so viel Reifen bereit,
erfordert zwar physisches Nehmen,
kann geistig und von Herzen geben.

Schaffen wir Orte noch so bescheiden,
damit keiner alleine muss leiden.
Erleichtern wir diese letzte Zeit,
bevor Einjeder zum Gehen bereit.

Danken wir denen, die pflegen,
sie sind ein himmlischer Segen,
davon können all‘ Jene jetzt singen,
die gut betreut von uns gingen.

Elisabeth Kriechel

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