Speed Dating Ü70

Herz aus Blättern

(c) Frauenseiten, Bartmann

Schon zwei Mal kündigten wir einen Termin zum Speed Dating Ü70 auf unserer Seite an. Lesen Sie nun hier einen ersten Erfahrungsbericht von Elisabeth Kriechel.

Es ist was los bei uns im Stadtteilhaus St. Remberti, selbst Lust auf Flirten wird ermöglicht.

Lange vorangekündigt, mit Spannung erwartet rückte dieser besondere Termin immer näher und schließlich schrieben wir den 27. Mai 2016, ein Freitag, es ging auf 19.00 Uhr zu. Alles war gut vorbereitet, die Presse vertreten, langsam trafen sieben Paare ein, die sich getraut und angemeldet hatten. Es konnte losgehen.

Senioren auf einer Parkbank

(c) Elfie Siegel

Wie aufgeregt mochten wohl die Beteiligten schon sein?

Prosecco oder Softdrinks wurden gereicht, erst einmal ankommen. Sieben Damen und sieben Herren harrten auf die Eröffnung. Frau Middelberg, die Heimleiterin, begrüßte alle herzlich, Frau Krüger von der Sozialdienstleistung schloß sich an und Frau Hanne Huntemann, Autorin und Initiatorin erläuterte das weitere Vorgehen.

Die Damen behielten ihre festen Plätze an ihrem Tisch. Die Herren durften wechseln. Ca. 7-8 Minuten entspann sich nun jeweils an jedem der Tische ein Kennlerngespräch. Erklang die Glocke, wurde gewechselt. Eine schöne Stimmung entwickelte sich. Wenn auch die Beteiligten sicher einen hohen Herzschlag hatten, sie ließen es sich nicht anmerken. Alle machten herrlich mit. Der älteste Teilnehmer zählte schließlich bereits 90 Lenze und saß im Rollstuhl, keine Spur von Alter, regen und frischen Geistes lernte er kennen, die anderen Herren ebenso.

Menschen mit Demenz, Zwei Hände halten eine andere Hand

frauenseiten. © robers

Sich einlassen kostet Kraft

Ich nahm mit Freude wahr, wie Mitmenschliches nie rostet, pflegt man es lebenslang. Eine tolle Leistung, sich siebenmal neu einzulassen, aufzunehmen, in sich einzulagern und dann noch zu vermerken, wen man gerne wiedersehen möchte. Es kostete auch Kraft, nicht allen, aber einigen merkte man diese besondere Einlassung dann doch an. Auf eine Aussprache wurde zum Schluß verzichtet. Wirken lassen bekam den Vorzug.

Eine wirklich gelungene Veranstaltung. Hoher Respekt vor allen Teilnehmenden, herzlicher Dank dazu und nicht nur ihnen, auch denen, die auf diese Idee kamen und sie dann auch umsetzten. Der Mensch ist gerade in reifem Alter so reich an Lebenserfahrung und eben auch an Gefühl, welches wie guter Wein nach langer Lagerung hohen Genuß verspricht, aber situationsgemäß auch austauscharm.

Ergreift er jedoch Gelegenheit, aus sich heraus- und aufeinander zuzugehen, entwickeln sich oft herrliche Begegnungen im Zwiegespräch.

Senioren, Hand in Hand

(c) Frauenseiten, Robers

Verlieben nicht ausgeschlossen

Ja, das Ich braucht eben das Du, sei es auch wenigstens ab und zu, es bereichert gegenseitig. Läßt man sich ein, kann sich goldener Glanz entwickeln, der richtig froh macht, ausstrahlt, verjüngt und in die Welt hineinstrahlt. Sie wartet förmlich auf dieses Licht, welches durch seine Reife segnet.

Es war ein Anfang. Unser Stadtteilhaus wird noch so manches Neue und auch Bewährtes bieten. Freuen wir uns schon jetzt darauf.

Elisabeth Kriechel

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