Wie wollen wir 2030 leben?

Antike Badewanne auf Füßen

(c) Frauenseiten, A.Robers

Wie können Quartiere in der Stadt so gestaltet werden, dass sie für Alte und damit auch für Andere nützlich sind? Diese Frage stellte eine Vertreterin der Sozialsenatorin. Sie begrüßte damit die versammelte Fachöffentlichkeit zum Thema Alter. „Demografiefreundliche Kommune“ war der Titel der Fachtagung.

Wir können wir in unserer Wohnung alt werden?

Vom Kuratorium Deutsche Altershilfe kam Ursula Kremer-Preiß. Sie referierte zu den Fragen:

  • Wie kann man Senioren in ihrer eigenen Wohnung unterstützen?
  • Wie können sie selbständig bleiben?
  • Wie kann man Stadtquartiere altersgerecht gestalten?
Mann auf einer Bank

Quelle: Seniorenlotse. © Elfie Siegel

Was brauchen alte Menschen?

Soziale Kontakte in lokalen Treffpunkten seien wichtig. Wohnortnahe Begleitung und Beratung nicht nur durch Profis, sondern durch engagierte Bürger. Diese und lokale Treffpunkte müssten gestärkt werden.

Barrierefreies Wohnen und die Beratung zur individuellen Wohnungsanpassung seien nötig. (In Bremen gibt es dazu das Beratungszentrum kom.fort )

Was muss im Quartier passieren?

Schließlich muss die Umgebung stimmen. Einkaufsmöglichkeiten in der Nähe, öffentliche Toiletten und Ausruhmöglichkeiten seien nötig. Es sollte alles möglichst kleinteilig in Multifunktionshäusern angeboten werden.

Heime sollten zu Quartiershäusern weiter entwickelt werden. Die Tagespflege müsste mobil sein. Der Zahnarzt könnte auf Rädern unterwegs sein. Und im Quartier könnte eine dezentrale Rund-um-die-Uhr-Betreuung stattfinden.

Alte Frau mit Stock und Einkaufsbeutel

(c) frauenseiten, Robers

Im Lesum-Park ist einiges verwirklicht

Als zweiter Gastredner sprach der Architekt Philipp Oster. Er ist Planer eines neuen Quartiers in Bremen-Nord „Lesum Park“ auf dem Gelände der ehemaligen Kaisen-Kaserne. Er sprach vom  „generationendurchmischten Wohnen“. Es entstehen Reihenhäuser, ein- und zweigeschossige Stadthäuser. Und es ist ein barrierefreies Wohnprojekt mit neuester Gebäudetechnik geplant. Beispiel: Beim Verlassen des Hauses melden Sensoren ein offenes Fenster.

Der Landesbehindertenbeauftragte hat beraten

Ein Ärztehaus, Apotheke und ein Edeka-Laden stehen schon. Der Laden hat extrabreite Gänge, niedrige Regale, Ausruh-Möglichkeiten und es gibt Lesehilfen. Auch behinderte Bewohner von der nahegelegenen Friedehorst-Einrichtung kaufen hier ein.

In Kooperation mit dem Landesbehindertenbeauftragten hat man abgesenkte Bordsteine, breitere Fußwege und Übergänge mit Leitstreifen gebaut. Und ein Bus, die Nummer 91, fährt durch das Quartier und wird schon jetzt viel genutzt.

Geplant oder schon organisiert sind soziale Sprechstunden, Gemeinschaftsräume, Fahrdienste, Pflegedienste und ein Einkaufsdienst.

Gute Ansätze sind das. Dass Architekten sich um Soziales kümmern ist ein Fortschritt.

Lesen Sie dazu auch unseren Text „Wie komme ich in meine Badewanne?

Elfie Siegel

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