Seniorenbüros helfen Geflüchteten

Puzzlestücke

(c) Barckhausen

Patenschaften sind ein wichtiger Beitrag zur erfolgreichen Integration. Auch in Bremen soll die gute Ideen zur Integration umgesetzt werden. Weitere Paten werden gesucht.

Am 12. April 2016 fand in Köln das Auftakttreffen zum Projekt „Alt für Jung Patenschaften – Seniorenbüros helfen Geflüchteten“ statt.  Unter den 40 Teilnehmer/-innen aus 17 Standorten in ganz Deutschland, die sich im „solution space“ am Kölner Dom trafen, befanden sich auch Vertreter/-innen des Vereins Ambulante Versorgungsbrücken aus Bremen. Ahmet Ali Ismail aus Somalia, der seit 10 Monaten in Deutschland ist, und der als Praktikant bei den Ambulanten Versorgungsbrücken arbeitet, begleitete Elsbeth Rütten. Seine Perspektive als geflüchteter junger Mann war sehr wertvoll, wie sich im Laufe des Tages zeigte. An diesem Tag blieb er der einzige Geflüchtete. Der Tag war geprägt von vielen neuen Eindrücken: Sich kennenlernen, austauschen und spannende vielfältige Informationen standen auf dem Programm.

Der Vertreter des Bundesfamilienministeriums, Ministerialrat a. D. Peter Fuchs, führte mit einem Impulsvortrag ins Projekt „Menschen stärken Menschen“ ein. Erik Rahn aus Berlin, der das Projekt koordiniert, und die Diversity-Trainerin Frau Dr. Azra Dzajc-Weber stellten die Patenschaften und die Themen „Alt und Jung“ und „Zusammenleben in einer Welt der Vielfalt – Herausforderungen und Chancen in der aktuellen Flüchtlingssituation“ vor. Manche Seniorenbüros brachten bereits Vorerfahrungen in die Flüchtlingsarbeit mit ein, während sich andere ganz neu dieser Aufgabe widmeten.

Händedruck, Tausch

(c) frauenseiten.bremen

Erfahrungen der Älteren nutzen

Es sind gerade die persönlichen, vertrauensvollen Begegnungen und die individuelle Kontaktpflege, die das Herzstück einer gelungenen Integration ausmachen. Der persönliche Kontakt auf Augenhöhe bietet Möglichkeiten, von- und miteinander zu lernen. Eine längerfristige Beziehung entwickeln oder gar eine Freundschaft, ist dann gewiss noch einmal ein weiterer Schritt. Dies liegt sicherlich auch daran, wie nahe man sich im Laufe der Zeit kommt.

Beim Abschied waren sich alle Anwesenden einig, dass Hilfe und Unterstützung gut von kompetenten Älteren eingebracht werden können. Franz-Ludwig Blömker, Vorsitzender des BaS, merkte an: „Das Projekt ist unser Beitrag zu einem solidarischen und toleranten Miteinander“. Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenbüros (BaS) setzt mit dem Projekt direkt bei den vorhandenen Erfahrungen und Kompetenzen der Seniorenbüros an.

Die 17 anwesenden Organisationen werden jetzt auf lokaler Ebene 300 Patenschaften für Geflüchtete in verschiedenen Lebensaltern stiften. 14 Patenschaften werden in Bremen aufgebaut. Damit der Übergang zum persönlichen Austausch und die Entdeckung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden Raum und Zeit haben, man sich kennen und schätzen lernen kann, findet zu Beginn ein Einführungsseminar statt. Patinnen und Paten treffen sich auch später regelmäßig zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

Postkarte mit Rosen und dem Schriftzug: Danke für das gute Gespräch

(c) Ambulante Versorgungsbrücken

Einführung für die Ehrenamtlichen

Am Dienstag, den 26.April 16, 18.00 Uhr startet das Seminar. Die Einführung soll dazu beitragen, Ehrenamtlichen ein Bewusstsein für die möglichen Unterschiede zu vermitteln und auch Kenntnisse, wie man Menschen aus anderen Kulturkreisen wertschätzend und sensibel begegnen kann. Die Fortbildung soll die Teilnehmenden in ihrer ehrenamtlichen Arbeit unterstützen und neue Möglichkeiten im Umgang mit verschiedenen Wertesystemen aufzeigen. An die Stelle von Fremdheit und Distanz können Verständnis und Wertschätzung treten. Der Zauber der persönlichen Beziehung ermöglicht Einheimischen und NeubürgerInnen nicht nur das Gefühl gesellschaftlicher Akzeptanz, sondern auch eine befruchtende Win-win-Situation. Die AVb sucht noch weitere Paten.

Die Dozentin Sonja Spoede, inzwischen an der VHS-Bhv. beschäftigt, war lange am Fachbereich Informatik und in dem International Office der Universität Bremen tätig und hat dort interkulturelle Qualifizierungsmaßnahmen für Studierenden und Lehrende entwickelt.

Logo mit stilisierter Blume in grün

(c) Ambulante Versorgungsbrücken e. V.

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