Die Krise der Kerle

Unterschiedliche Tabletten

(c) frauenseiten ; Antje Robers

Beim letzten Vortrag in der Reihe „Der 1. Dienstag….Dialog der Wissen schafft“ ging es um den bewussten Umgang mit dem Altern, der Männern besonders schwer fällt.Im Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung in der alten Rembertischule wurde zum letzten Vortrag im Jahr 2015 mit dem Titel „Uns trifft es härter“ eingeladen. Schon jetzt möchte ich auf 2016 neugierig machen, es lohnt, sich dafür Zeit zu nehmen. Bereichert geht man immer von dannen. Dabei erfährt man auch über die Arbeit in diesem Hause und kann hier und da im Familienkreis darauf aufmerksam machen. Wir brauchen gut ausgebildeten Nachwuchs. Nun aber zu obigem Thema.

Chancen ergreifen – nicht umgehen

Prof. Dr. Günther Holzapfel von der Universität Bremen schenkte uns zuerst Überblick und dann Einblick in die „Krise der Kerle“, herrlich formuliert. Ja, Männer und ihre Baustellen beim Älterwerden. Es geht um die Herausarbeitung der Chancen und Risiken des Älterwerdens und daraus sich ergebender Lernchancen.

Wir Frauen tun uns da leichter. Deshalb habe ich mich auch so sehr gefreut, daß viele Männer verschiedenen Alters erschienen waren und diesem Vortrag lauschten. Da tut sich viel, es ist gut, sich zu informieren. Hinunterschlucken, Einlagern, den „Starken“ darstellen, ach, was soll das, man dreht sich oft im Kreise.

Senior mit Rollator an einem See

(c) Elfie Siegel

Sich einer Gruppe anzuschließen, zu öffnen, zu lauschen, was die anderen bewegt, selbst herauszulassen, das bringt neue Erkenntnisse, Einsichten, Aussichten. Kann von Ballast befreien, den Blick nach vorne öffnen, gerade in der dritten Lebenszeit ist es doch so ein Geschenk, frei von und frei für zu sein. In Angriff jedoch muß man es nehmen wollen und dann auch tun. Es lohnt, die eigenen vier Wände zu verlassen und sich einem kleinen Kreis anzuschließen, wo ein jeder mit eigenem Päckchen erscheint und man immer mehr merkt, wir alle sind Werdende und keiner hat „Das Rezept“.

Gemeinsam ist man stärker

Ist das nicht wunderbar? Wir dürfen probieren, Leben ist Lernaufgabe bis zum letzten Atem und ich denke, wirklich „Menschwerden“ noch viel länger. Gesellt sich das Ich zum Du und Dialog darf sich entwickeln, dann könnte es auf lange Sicht auch gelingen, ein menschlicheres Miteinander – ein Wir – so anzugehen, daß wir alle wie in einem Orchester jeder seinen Part spielen darf und das ganze Klangwerk das Wichtigste wird. Wir können es auch organisch denken, da hat der Finger keine geringere Aufgabe als jedes andere Körperglied, alle stehen selbstlos und dienend zueinander, ermöglichen das Leben.

Ja, da hat Herr Prof. Dr. Günther Holzapfel wirklich angeregt, neugierig gemacht, Mut zum Sich-Einlassen gesät. Wer suchend ist, sich angesprochen fühlt, müßte nun Eigeninitiative entwickeln und sich erkundigen.

Dankenswerterweise darf ich Folgendes als Hilfe dazusetzen, wo Kurse sein werden, wohin man sich wenden kann:

  1. Im April 2016 im Haus der Zukunft in Lüssum am Montag zum Thema „Älterwerden für Männer“ (Telefon: 60 999 55)
  2. Im Herbstprogramm 2016 in der VHS Bremen, einmal einen Kurs zum zum Thema: „Älterwerden für beide Geschlechter“, gehalten vom Ehepaar Holzapfel. (Telefon: 361-3657)
  3. Im Herbstprogramm des evangelischen Bildungswerkes in Bremen einen Kurs für Biographiearbeit für Männer aus verschiedenen Generationen.
    (Telefon: 34615-24)

Heißen wir nun das Neue Jahr mit allen Chancen und Risiken Willkommen, es gibt viel zu tun, packen wir es an. Es gibt viel zu lernen, wer ist schon als Meister vom Himmel gefallen? Wie Menschen doch Menschen helfen können, wenn wir uns einlassen.

Für diesen letzten Vortrag im Jahre 2015 im Bildungszentrum der Bremer Heimstiftung kann ich Herrn Prof. Dr. Holzapfel nur aus tiefem Herzen danken.

Elisabeth Kriechel

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