Welcher Baum ist in?

Tannenbaum mit Lichtern

(c) frauenseiten, Robers

Weihnachtsbräuche wandeln sich im Laufe der Jahre. Sie sind wichtiger als die Geschenke. Die Weihnachtsbräuche prägen sich ein, und man erinnert sie als Erwachsener noch. Jede Familie hat da so ihre eigene Tradition. Bei uns zu Hause schmückten immer die Eltern den Tannenbaum, während wir im Kinderzimmer dem Heiligen Abend entgegen fieberten. Da hörten wir ein Knistern und Rascheln und manchmal ein Glöckchen läuten. Dieses Geräusch ist mir bis heute in den Ohren.

Wenn wir dann schön rausgeputzt im besten „Schapptüch“ ins Weihnachtszimmer durften, sprühte der Weihnachtsbaum im Lichterglanz. Es war bei uns so, dass zur Bescherung Wunderkerzen im Baum angezündet wurden. Der Tannenbaum wurde auch nur in Silber und Weiß geschmückt. Es war der Höhepunkt der Weihnachtszeit. In der Adventszeit hatten wir rote Kerzen und Schleifen und Dekoration. Der weiße Tannenbaum sollte einen eingeschneiten Baum symbolisieren. Damals hatten wir ja noch oft Schnee.

Weihnachtsbaum, hell erleuchtet

(c) Schnatmeyer

So habe ich mich sehr gefreut, als ich das erste Mal einen eigenen Tannenbaum schmücken durfte. Der war natürlich auch nur in Silber und Weiß gehalten, mit viel Lametta. Erst sehr viel später bin ich davon abgewichen und habe einen altdeutschen Baum geschmückt, rot mit Äpfeln und Strohsternen.

Ich kam mir aber vor, wie ein Verräter.

Gertrud von Hacht

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