Ein Theologe hatte die Idee

Erster Advent Kranz mit einer brennenden Kerze

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Zum 1. Advent – Der Kranz und seine Geschichte

Als wir am letzten Sonntag die erste Kerze auf dem Adventskranz angezündeten, begann die Vorweihnachtszeit.

Jahrzehntelang galt das allerdings nur in Norddeutschland, denn hier wurde es zuerst Brauch, vor Weihnachten einen Lichterkranz aufzustellen.

Als Erfinder gilt der evangelische Theologe Johann Hinrich Wichern. Er gründete 1833 in Hamburg das “Rauhe Haus”, ein Heim für Straßenkinder. Um 1850 soll er dann auf die Idee gekommen sein, einen Kranz aufzuhängen, auf dem jeden Tag – bis Weihnachten – ein Licht angezündet wurde. “…Und je mehr Lichter brennen, desto näher rückt Weihnachten und desto froher werden Knaben und Mädchen; und brennt der volle Kranz mit allen 24 Lichtern, dann ist er da, der heilige Christ in all seiner Herrlichkeit…” beschreibt er selbst seinen Schmuck.

Wann daraus der Adventskranz mit den vier Kerzen entstand, lässt sich nur vermuten. Meine Freundin hat vielleicht die Erklärung: “24 brennende Kerzen auf einem kleinen Leuchter werden viel zu heiß. Sie krümmen sich und schmelzen.” Sie spricht aus Erfahrung, denn sie besitzt einen Holzkranz für 24 Kerzen, auf dem genau das passierte. Nun werden nur noch die vier Kerzen für jeden Sonntag angezündet.

Adventskranz heute auch bei den Katholiken

Als das Versuchsstadium bei den Protestanten abgeschlossen war, haben die Katholiken den Brauch aufgegriffen. 1925 soll in einer katholischen Kirche in Köln zum ersten Mal ein Adventskranz gehangen haben. In Österreich und Süddeutschland lernte man ihn erst ab 1930 kennen.

Dafür fiel den Katholiken eine hübsche neue Verzierung ein: Sie schmückten den grünen Kranz mit drei violetten und einer rosa Kerze. “Das ist ein liturgischer Kranz”, sagt der katholische Freund, “denn während des Kirchenjahres ändern sich im Gottesdienst die Farben der liturgischen Gewänder. In der Advents- und Fastenzeit wird Violett getragen. Die rosa Kerze  – verdünntes Violett –  wird am dritten Adventssonntag, an Gaudete, angezündet, als Einladung zur Freude auf das Weihnachtsfest.”

Wird der Kranz bei den Bremer Katholiken so geschmückt? Der Freund schüttelt langsam den Kopf. “Nein, das glaube ich nicht. Der Brauch ist verschwunden. Ihr könnt hier ja schon froh sein, wenn die Katholiken die erste Kerze tatsächlich am 1. Advent anzünden. Manche glauben nämlich, dass die Beleuchtungszeremonie immer erst am 1. Dezember beginnt.”

Kleine Brise

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