„Machst Du heut‘ Dein Fenster auf,…

Rgentropfen an einer Fensterscheibe

(c) Elfie Siegel

…warten schon Eindringlinge darauf“. Ein heller Sonntagmorgen, die Betten sind gerade gemacht, noch ein wenig frische Luft hereinlassen. Ging lange gut.Vom Boden bis zum Fenstersims sind es 2,20 m, eigentlich ganz schön hoch. Dachte ich, bleibe auch immer im Zimmer, nur eben heute nicht, will gerade etwas aus dem Bad holen und dann Fenster schließen. Genau fünf Minuten bin ich nicht darinnen.

Als ich zurückkomme, sind zwei junge Männer dabei, auf der Bettdecke auszubreiten, was sie in Windeseile aus Schränken herausgerissen haben. Alle Türen und Schubladen stehen offen. Sie haben gerade die Brieftasche meines Mannes geöffnet, als ich sie eben dabei überrasche und anschreie: „Haut ja ab, Ihr habt Alarm ausgelöst, die Polizei ist schon unterwegs!“.

ausgestreckte hand, Schatten, Drohung

(c) frauenseiten, Robers

Nicht der einzige Einbruch

Aus dem Stand springen sie beide durch das Fenster, filmreif, so eine Schnelligkeit habe ich noch nicht gesehen. Fast knochenlos fliegen sie davon. Wie zur Salzsäule erstarrt nehme ich wahr, was geschehen ist. Es ist schon ein Anderes, ähnliche Berichte in der Zeitung zu lesen oder sie live zu erleben. Endlich rufe ich meinen Mann aus der Küche. Der schaut auch ganz schön verdutzt drein.

Sie haben von sechs Fünfzig-Euro-Scheinen, die mein Mann in seiner Geldbörse hatte, nur drei Scheine erwischt und mitgehen lassen. Er weiß diesen Betrag genau, weil er eben noch morgens nachzählte, eine Zahlung stand in einigen Stunden an. Wir rufen die Polizei, sie kommt wirklich innerhalb von 15 Minuten, nimmt auf, fotografiert, schickt die Spurensicherung. Von der erfahren wir, dass es hier um die Ecke der dritte Einbruch an diesem Sonntagvormittag ist.

Die Folgen

Weitergeben möchte ich nun, dass wir dies unserer Versicherung melden und die uns bestätigt, dass wir das Bargeld wiederbekommen, Lüften ist ein Recht, wenn man in der Wohnung ist. Natürlich werden wir nie mehr dabei das Zimmer auch nur kurz verlassen. Wir haben inzwischen wirklich einen Verrechnungsscheck bekommen, also bei dieser Versicherung hat es geklappt.

Dann kann ich noch etwas berichten: Die Langfinger haben zuerst die Matratze hochgehoben und das Bett durchwühlt, irgendwie eine Ahnung, alte Menschen verstecken ihr Bares darunter. Die Polizei fand auch meinen ausgerufenen Satz gut, die Diebe lieber zu warnen und sich nicht anzulegen, um Schlimmeres zu verhindern.

Mond vor schwarzem Nachthimmel

(c) Katharazzi

Einen Einbruch steckt man nicht gut weg. Dieses Eindringen in die privateste Sphäre ist schon nicht ohne. Es wirkt nach, verletzt. Die Bilder tauchen plötzlich nachts auf und lassen sich nicht so schnell löschen.
Ja, Wachsamkeit ist mehr und mehr angesagt.

Elisabeth Kriechel

  3 comments for “„Machst Du heut‘ Dein Fenster auf,…

  1. Hedwig
    13. November 2015 at 3:21 pm

    Glückwunsch, liebe Elisabeth Kriechel, Sie haben wunderbar reagiert!

  2. Ingrid
    13. November 2015 at 4:01 pm

    Bei meinen Schwiegereltern wurde schon zum vierten Mal eingebrochen.Diesmal hebelten sie das Schlafzimmerfenster mit einem Kuhfuß auf und nahmen Schmuck und Bargeld mit.
    Sie sind hinten aus dem Fenster, als die Eltern nach Hause kamen, abends um 21.00 h. Ihre Angst wird immer größer. Auf ihr Haus haben es die Einbrecher irgendwie abgesehen.
    Selbst ihre Alarmanlage konnte sie nicht schützen, denn es war genau die Batterie für den Schlaftrackt leer.
    Der Schwiegervater musste mit Magenproblemen zum Arzt, so sehr hat es ihn mitgenommen. Was die Einbrecher den Leute antun, wissen sie sicherlich gar nicht, Ganoven die!!!!

  3. Gisela
    18. November 2015 at 6:43 pm

    Ach, wie kann ich dies Geschehen nchempfinden. Es ist einfach schrecklich und sitzt in Kopf und Seele. Nie mehr betrat ich später meine Wohnung ohne Herzklopfen, denn mein erster Blick ging um Glasschrank und zur Kommode im Flur. Bei beiden waren Türen weit geöffnet, als ich heimkam. Und dann das wahrhaft eklige Gefühl: es war jemand auch im Schlafzimmer und suchte in den Schränken.
    Und schlimm war die Nacht bei offenem Fenster, denn die Scheibe konnte ja nachts nicht mehr ersetzt werden.
    Ich fühle mit allen „Auch-Betroffenen“
    Gisela

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